Jacinda Ardern | REUTERS

Corona in Neuseeland Lockdown nach einzelnem Covid-Fall

Stand: 17.08.2021 13:18 Uhr

Weil in Neuseeland ein einzelner Fall von Covid-19 aufgetreten ist, hat Premierministerin Ardern einen landesweiten Lockdown verhängt. Drei Tage lang sollen die Menschen zu Hause bleiben und Kontakte vermeiden.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Neuseeland hat wegen eines einzelnen Falls einer Coronavirus-Übertragung im Land einen Lockdown verhängt. Die Delta-Variante werfe alles um, meinte Premierministerin Jacinda Ardern zur Begründung. "Das heißt, wir müssen früh und entschieden handeln, um ihre Verbreitung zu stoppen. Wir bekommen nur eine Chance." Drei Tage lang sollen die fünf Millionen Einwohner in Alarmstufe vier verharren - Schulen, Ämter, alles bis auf lebenswichtige Dienste und Geschäfte hat geschlossen.

Lena Bodewein ARD-Studio Singapur

Sieben Tage Lockdown in Auckland

In Auckland, der größten Stadt des Landes, gilt der Lockdown sogar für sieben Tage. Hier wohnt der infizierte 58-jährige Mann. Ob es sich bei dem Virus um die Delta-Variante handelt, wird noch ermittelt. In diesen sieben Tagen werden die Behörden Abwasser untersuchen und flächendeckend Menschen mit Erkältungssymptomen testen. Wegen des Lockdowns standen Menschen vor Supermärkten Schlange, um sich Vorräte anzulegen. Ab Mitternacht Ortszeit müssen die Neuseeländer zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen vermeiden. Die meisten dürfen nur zum Sport oder Einkaufen von Lebensmitteln das Haus verlassen.

Menschen stehen Schlange vor einem Supermarkt in Auckland (Neuseeland). | AP

Vor vielen Geschäften bildeten sich lange Schlangen. Bild: AP

Der lokal übertragene Fall von Covid-19 ist der erste seit Februar: Der Inselstaat auf der Südhalbkugel war seitdem eine Null-Covid-Zone - bis auf die Infektionen, die heimkehrende Neuseeländer mitbrachten, die aber direkt in Quarantäne waren. Insgesamt hatte Neuseeland bisher nur etwa 2900 Fälle zu verzeichnen und 26 Tote.

Geringe Impfquote

Die Premierministerin ließ direkt Alarmstufe Vier ausrufen. Zur Begründung erklärte sie, es sei leichter, dann wieder zu lockern, anstatt zu locker anzufangen und dann härtere Maßnahmen ergreifen zu müssen, wenn das Virus sich zu schnell ausbreite. "Wir haben gesehen, was andernorts passiert, wenn wir es nicht schaffen, die Oberhand zu bekommen", sagte Ardern und verwies auf den Nachbarn Australien. Die größte Stadt dort, Sydney mit fünf Millionen Einwohnern, befindet sich seit neun Wochen im Lockdown, dennoch steigen die Neuinfektionen weiter.

In Neuseeland sind noch nicht viele Einwohner gegen das Coronavirus geimpft. Nur 32 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal geimpft worden, 18 Prozent sind vollständig geimpft.

Über dieses Thema berichtete WDR Aktuell Radio am 17. August 2021 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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