Ein Koala klammert sich mit seinem Jungen auf dem Rücken an einem Baum fest. | dpa

Studie in Australien Zahl der Koalas sind rapide

Stand: 20.09.2021 08:18 Uhr

In Australien gibt es immer weniger Koalas. Derzeit leben weniger als 60.000 Tiere auf dem Kontinent. Ein Grund sind die verheerende Buschfeuer in den vergangenen Jahren - aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle.

Die Koalas in Australien sind in immer größerer Gefahr: Die Zahl der australischen Beutelsäuger nimmt einer neuen Studie zufolge rapide ab. Allein in den vergangenen drei Jahren ist die Population um 30 Prozent geschrumpft. Der Bestand sei in allen Regionen des Landes zurückgegangen, besonders aber im Bundesstaat New South Wales an der Ostküste, teilte die Australian Koala Foundation AKF mit. Hier sei die Zahl sogar um 41 Prozent zurückgegangen.

In vielen Landesteilen seien Koalas bereits ausgestorben, hieß es. Der Stiftung zufolge leben heute schätzungsweise noch zwischen etwa 32.000 und 58.000 Koalas auf dem fünften Kontinent. 2018 waren es noch zwischen 46.000 und 82.000. Die verheerenden Buschfeuer im Sommer 2019/2020 hätten erheblich zur Dezimierung der Eukalyptus-Esser beigetragen, sagte die AKF-Vositzende Deborah Tabart.

Zehntausende Tiere Opfer der Waldbrände

Im Dezember hatte der WWF mitgeteilt, dass wahrscheinlich mehr als 60.000 Koalas bei den Bränden getötet, verletzt, vertrieben oder traumatisiert worden seien. Allerdings sei dies nicht der einzige Grund für den Rückgang: Auch Dürren, Hitzewellen und Wassermangel bedrohten die Tiere, so Tabart. "Ich habe einige Landschaften gesehen, die wie der Mond aussehen - mit toten und sterbenden Bäumen überall."

Vor allem die Rodung von Flächen für Landwirtschaft, Wohnungen und Bergbau sei tödlich für die nur in Australien beheimateten Koalas, sagte die Expertin. Es sei wichtig, die Rodungen in Koala-Lebensräumen zu stoppen, "um unser geliebtes Nationaltier vor Gefahr zu schützen", betonte Tabart.