Der serbische Tennisprofi Novak Djokovic | Baratoux Loic/ abaca/ picture alliance

Verhandlung in Australien Richter äußert Verständnis für Djokovic

Stand: 10.01.2022 03:26 Uhr

In Melbourne versucht Tennisstar Novak Djokovic zur Stunde seine Einreise nach Australien zu erwirken. Zu Beginn der Anhörung ließ der Richter mit einem Kommentar eine Tendenz erkennen. 

In Australien hat die Verhandlung über die verweigerte Einreise für Tennisstar Novak Djokovic begonnen. Richter Anthony Kelly ließ mit einem Kommentar eine Tendenz im Sinne des Serben erkennen. Kelly unterbrach die Anwälte des Weltranglistenersten und zählte auf, welche Schritte Djokovic nach seinem Verständnis unternommen hatte, bevor er sich in das Flugzeug nach Melbourne setzte und nachdem er dort von den Beamten aufgehalten wurde. Er schloss seinen Kommentar mit der Frage: "Was hätte dieser Mann noch mehr tun können?"

Djokovic will Tennis-Titel verteidigen

Das Gericht in Melbourne verhandelt den Einspruch Djokovics gegen die Verweigerung seiner Einreise nach Australien. Dem 34-Jährigen war am Mittwochabend die Einreise nach Melbourne verweigert worden. Der Serbe konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorlegen, um auch ohne Corona-Impfung einreisen zu dürfen.

Seitdem hält er sich in einem Hotel für Ausreisepflichtige auf. Djokovic kämpft dafür, in Australien bleiben und seinen Titel bei den Australian Open verteidigen zu dürfen.

Verzögerungen wegen technischer Pannen

Zum Zeitpunkt von Richter Kellys Kommentar hatten sich die Vertreter des australischen Innenministeriums noch nicht geäußert. Sie sollten nach dem ursprünglichen Zeitplan um 5.00 Uhr MEZ an der Reihe seien. Wegen technischer Probleme beim öffentlichen Livestream zu der Verhandlung hatte alles allerdings mit mehr als einer halben Stunde Verspätung begonnen.

Etwa zwei Stunden danach wurde der Livestream erneut unterbrochen und war für mehr als eine Stunde nicht mehr erreichbar. Kelly hatte in der gänzlich online ablaufenden Verhandlung bereits darauf hingewiesen, dass zu viele Teilnehmer an der Videokonferenz zu einem Zusammenbruch führen könnten. Wann eine Entscheidung fällt, ist bislang unklar.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 10. Januar 2022 um 08:30 Uhr in den Nachrichten.