Kohlemine in Queensland, Australien (Archivbild) | picture-alliance/ dpa

Kein Ausstieg geplant Australien hält an Kohleförderung fest

Stand: 08.11.2021 09:25 Uhr

40 Länder haben sich beim Weltklimagipfel in Glasgow zum Ausstieg aus der Kohle bekannt. Einer der Staaten, der sich weigert, ist Australien. Das Land will noch lange an der Kohleförderung festhalten.

Australiens Regierung will noch jahrzehntelang Kohle fördern. "Wir haben ganz klar gesagt, dass wir keine Kohleminen und keine Kohlekraftwerke schließen werden", sagte der australische Ressourcenminister Keith Pitt dem Fernsehsender ABC. Es werde noch lange einen Markt für Kohle geben und so lange werde Australien den Rohstoff auch verkaufen.

Er gehe davon aus, dass die Nachfrage für Kohle bis 2030 weiter ansteigen werde, sagte Pitt weiter. "Und wenn wir nicht den Markt gewinnen, dann macht es jemand anders." Dann sei es besser, wenn "Australiens Qualitätsprodukt" in Australien Jobs schaffe und die Wirtschaft fördere, als wenn der Brennstoff aus Indonesien oder Russland komme.

Klimaneutral bis 2050 - nur wie?

Bei der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow hatten vergangene Woche 40 Länder angekündigt, künftig auf die Nutzung von Kohle verzichten zu wollen. Australien und weitere wichtige Kohle-Länder wie China und die USA unterzeichneten jedoch nicht. Die Regierung von Premierminister Scott Morrison kündigte im vergangenen Monat zwar an, Australien wolle bis 2050 klimaneutral sein.

Sie legte jedoch keinen konkreten Plan vor, wie dies erreicht werden soll. Canberra setzt offenbar vor allem auf neue Technologien, die es allerdings noch nicht gibt. Australien ist einer der größten Kohle- und Erdgasproduzenten der Welt. Zugleich hatte das Land in den vergangenen Jahren auch mit immer extremeren klimabedingten Naturkatastrophen wie Dürren, Überschwemmungen und Buschbränden zu kämpfen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. November 2021 um 09:14 Uhr.