Das Logo der MediBank an einem Hochhaus in Melbourne.

Australien Hacker erpressen Krankenkasse

Stand: 20.10.2022 11:40 Uhr

Etwa jeder Sechste in Australien ist bei der Krankenkasse Medibank versichert. Dort haben Hacker nun massenhaft Daten gestohlen. Es ist das zweite große Datenleck in Australien innerhalb eines Monats.

In Australien erpressen Hacker eine der größten privaten Krankenversicherungen. Wie Medibank bestätigte, wurden Patientendaten im Umfang von 200 Gigabyte gestohlen. Der oder die Täter hätten eine Probe von 100 Akten geliefert. Dazu zählten neben Informationen wie Namen und Adressen auch Diagnosen, Behandlungsorte und Therapien. Nach Angaben von Medibank könnte die Zahl der Betroffenen noch steigen.

Bekannte Persönlichkeiten sollen betroffen sein

Ein Unbekannter droht nach einem Bericht des Sydney Morning Herald damit, gestohlene Daten von 1000 betroffenen prominenten Australiern weiter zu verkaufen oder zu veröffentlichen. Wegen des Hackerangriffs wurde der Börsenhandel mit Medibank-Aktien ausgesetzt. Die australische Bundespolizei hat Ermittlungen eingeleitet.

Zweiter großer Hackerangriff innerhalb eines Monats

Vergangenen Monat war bereits ein Hackerangriff auf den australischen Telekommunikationskonzern Optus bekannt geworden. Dabei wurden persönliche Daten von fast zehn Millionen Australiern, also ungefähr einem Drittel der Bevölkerung, gestohlen. Der Hackerangriff auf Australiens zweitgrößten Mobilfunkanbieter war eine der größten Cyberattacken in der Geschichte des Landes.

Australische Regierung spricht von "Weckruf"

Australiens Innenministerin Clare O'Neil sagte dem Radiosender ABC, Australiens Cybersicherheit dürfe nicht mehr als selbstverständlich angesehen werden. Die Hackerangriffe auf Optus und Medibank seien vielmehr "ein deutlicher Weckruf für das Land. Das ist die neue Welt, in der wir leben. Wir werden unablässig Cyberattacken ausgesetzt sein, im Grunde von jetzt an", fügte O'Neil hinzu.