Einsatz in Haiti

Oxfam-Mitarbeiter feierten mit Prostituierten

Stand: 09.02.2018 14:21 Uhr

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti 2010 schickte auch Oxfam Mitarbeiter in den Hilfseinsatz. Wie die britische "Times" berichtet, feierten diese Orgien mit Prostituierten.

Mitarbeiter von Oxfam haben während eines Einsatzes in Haiti Orgien mit Prostituierten gefeiert. Die Oxfam-Mitarbeiter, die nach dem Erdbeben von 2010 in dem Karibikstaat waren, hätten Feiern mit Prostituierten veranstaltet, berichtete die britische Zeitung "The Times". Ein Oxfam-Sprecher betonte, dass die Orgien nicht von Spendengeldern bezahlt worden seien.*

Eine ungenannte Quelle, auf die sich die Zeitung berief, sagte, die Sexpartys hätten in von Oxfam bezahlten Unterkünften und Hotelzimmern in Haiti stattgefunden. Fotos von einer der Partys zeigten demnach Prostituierte in Oxfam-T-Shirts. Die "Times" schrieb weiter, Oxfam habe 2011 eine interne Untersuchung eingeleitet, die eine "Kultur der Straflosigkeit" unter den Oxfam-Kollegen offenbart habe.

Beim Erdbeben 2010 kamen mehr als 200.000 Menschen ums Leben. Millionen verloren ihr Zuhause.

Der Zeitung zufolge trat der Leiter von Oxfam in Haiti, Roland van Hauwermeiron, damals zurück. Es seien keine Disziplinarmaßnahmen gegen ihn eingeleitet worden, obwohl er zugegeben habe, Prostituierte bezahlt zu haben. Auch zwei weitere Männer seien von ihren Posten zurückgetreten, vier weitere seien versetzt worden. Die haitianische Justiz sei nicht eingeschaltet worden.

"Inakzeptables Verhalten"

Die Organisation erklärte, das Verhalten einiger Mitarbeiter sei "inakzeptabel, gegen unsere Werte und hohen Standards" gewesen.

Eine Oxfam-Sprecherin sagte, einige Mitarbeiter seien nach der internen Untersuchung versetzt worden, andere hätten die Organisation vor Beendigung der Untersuchung verlassen. "Der örtliche Büroleiter hat die gesamte Verantwortung für die Ereignisse, die unter seiner Führung geschehen sind, übernommen", sagte sie.

Demnach gab sich Oxfam mit seiner Kündigung zufrieden, "weil er die Untersuchung unterstützt hat und uneingeschränkt kooperiert hat". Die Sprecherin bestritt, dass die Organisation die Vorfälle habe vertuschen wollen. "Oxfam nimmt jede Anschuldigung wegen unangebrachten Verhaltens sehr ernst", sagte sie. Vorwürfe, wonach minderjährige Prostituierte engagiert wurden, seien "nicht bewiesen".

* In einer früheren Fassung hatte es geheißen, dass die Mitarbeiter die Orgien mit dem Geld der Hilfsorganisation veranstaltet hätten. Ein Oxfam-Sprecher erklärte jedoch, dass dafür keine Spendengelder verwendet worden seien.