Zivilisten verlassen das Rebellengebiet Ost-Ghouta in Syrien | Bildquelle: SANA HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutter

Krieg in Syrien Rebellen verlassen Ost-Ghouta

Stand: 25.03.2018 10:20 Uhr

Die syrische Armee hat inzwischen rund 90 Prozent des belagerten Ost-Ghouta unter ihre Kontrolle gebracht. Immer mehr Rebellen verlassen die Region. Ihnen bleibt künftig nur noch ein kleines Gebiet.

Hunderte syrische Rebellen haben sich aus dem belagerten Ost-Ghouta nahe der Hauptstadt Damaskus zurückgezogen. Kämpfer sowie Zivilisten verließen am Samstagabend die Region mit Bussen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana ist ihr Ziel die Provinz Idlib im Norden des Landes - eine der letzten Rebellenhochburgen in dem Bürgerkriegsland.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

7000 Menschen sollen das Gebiet verlassen

Der Abzug der Rebellen folgt einem Abkommen der islamistischen Miliz Failak al-Rahman mit der syrischen Armee. Demnach sollen rund 7000 Menschen das Gebiet in den kommenden Tagen verlassen. Zuvor war die syrische Armee in eines der letzten Rebellengebiete Ost-Ghoutas eingerückt.

Syrer gehen an einem zerstörten Gebäude in der Rebellen-Region Ost-Ghouta vorbei. | Bildquelle: AFP
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Zerstörungen in Ost-Ghouta. Die syrische Armee hat mit Unterstützung Russlands inzwischen 90 Prozent der Enklave eingenommen.

In der Stadt Harasta hätten die Truppen von Präsident Baschar al-Assad bereits damit angefangen, Barrikaden wegzuräumen, berichtete Sana. Auch Ingenieure des Militärs stünden bereit, um gelegte Sprengsätze zu entschärfen. Die letzten Kämpfer der radikalen Miliz Ahrar al-Scham sollen Harasta bereits am Freitagabend verlassen haben.

Laut Beobachtungsstelle für Menschenrechte erreichten die Rebellen in Bussen am Samstag den von Aufständischen kontrollierten Nordwesten des Landes. Es handele sich geschätzt um 4700 Menschen, die Harasta in den vergangenen Tagen verlassen hätten. Nach der Umsetzung des Abkommens mit der Failak al-Rahman bleibt den Rebellen künftig wohl nur noch ein kleines Gebiet im Norden Ost-Ghoutas.

Damit kontrolliert die Armee nun insgesamt etwa 90 Prozent des seit 2013 belagerten Ost-Ghouta. Die Region erlebt seit mehr als einem Monat die schwersten Angriffe von Regierungstruppen seit Beginn des Kriegs vor rund sieben Jahren. Nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen dabei mehr als 1600 Zivilisten ums Leben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. März 2018 um 09:00 Uhr.

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