Ein Soldat spricht in der Region Ost-Ghouta zu Flüchtenden. | Bildquelle: AFP

Lage in Ost-Ghouta Luftangriffe und Flucht

Stand: 16.03.2018 15:05 Uhr

Tag um Tag fliegen die russische und syrische Luftwaffe Angriffe auf die Region Ost-Ghouta. Erneut kamen Dutzende Menschen ums Leben. Tausende Syrer flüchteten. In Afrin rief die Türkei die Kurden zur Aufgabe auf.

Bei neuen Angriffen der russischen und syrischen Luftwaffe auf die Region Ost-Ghouta sind mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und andere Organisationen teilten mit, die Luftschläge hätten vor allem der Stadt Kafr Batna im Süden der Region gegolten. Dabei sei auch international geächtete Streumunition eingesetzt worden.

Die Wohltätigkeitsorganisation Syrisch-Amerikanische Medizinische Gesellschaft, die Krankenhäuser in der Region unterstützt, erklärte, Ärzte in Kafr Batna behandelten Patienten wegen schwerer Verbrennungen. Die Straßen seien mit Leichenteilen übersät.

Seit dem Start einer Offensive der syrischen Regierung auf Ost-Ghouta vor mehr als drei Wochen sollen mehr als 1200 Menschen getötet worden sein. Die Angaben sind allerdings nur schwer zu überprüfen.

Zivilisten auf der Flucht

Angesichts der anhaltenden Gefechte flüchteten erneut Tausende Zivilisten aus Ost-Ghouta. Nach Angaben des KInderhilfswerks UNICEF kommen die ausgehungerten Menschen in Aufnahmelagern unter, die sich auf Territorium befinden, dass vom Regime des Machthabers Baschar al-Assad kontrolliert wird. Der syrische Rote Halbmond habe die Lager errichtet.

Mehrere Tausend Zivilisten flüchten aus Ost-Ghouta
tagesschau 20:00 Uhr, 16.03.2018, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Peter Maurer, kritisierte nach einem Besuch in Ost-Ghouta den anhaltenden Bruch internationalen Menschenrechts. Dazu zählte er "Belagerungen, Blockaden, unverhältnismäßige Attacken in städtischem Gebiet und der gezielte Angriff auf Zivilisten".

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich zutiefst besorgt über die "Massenflucht" aus den belagerten syrischen Gebieten Afrin und Ost-Ghuta. Er bedauere sehr, dass die vom UN-Sicherheitsrat geforderte Waffenruhe nach wie vor nicht umgesetzt sei.

Geflüchtete aus der Region Ost-Ghouta versammeln sich auf einem Schulgelände | Bildquelle: AFP
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Wo sollen sie hin? Geflüchtete aus der Region Ost-Ghouta versammeln sich auf einem Schulgelände

Russland fordert mehr Hilfe

Ungeachtet der russischen Beteiligung an dem Kämpfen in Syrien rief der russische Außenminister Sergej Lawrow die internationale Gemeinschaft zu mehr Hilfe für die Menschen in Ost-Ghouta auf. Wer die syrische Stadt verlasse, müsse unterstützt werden, sagte Lawrow.

Es gebe zwar bereits humanitäre Hilfe, aber es fehle an elementaren Dingen, erklärte der Minister weiter. Russland verhandle derzeit in der kasachischen Hauptstadt Astana mit Rebellengruppen, die versuchten, die Menschen daran zu hindern, Ost-Ghouta zu verlassen, sagte Lawrow.

Auch in Afrin wird weiter gekämpft

Anhaltende Kämpfe wurden auch aus der Umgebung der nordsyrischen Stadt Afrin gemeldet. Dort seien mindestens 22 Zivilisten bei Angriffen der türkischen Armee gestorben, teilten kurdische Gruppen mit.

Das türkische Militär rief kurdische Kämpfer auf Flugblättern zur Aufgabe und zum Vertrauen in die Justiz der Türkei auf. "Die türkischen Streitkräfte sind in Afrin, um Frieden, Ruhe und Sicherheit zu bringen", heißt es nach Militärangaben in arabischer und kurdischer Sprache auf den Flugblättern. "Vertraut der Hand, die wir Euch entgegenstrecken. Vertraut der Justiz der Türkei! Vertraut den türkischen Streitkräften! Kommt und gebt auf! Eine Zukunft voller Ruhe und Frieden erwartet Euch in Afrin."

Die Sprecherin des UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Ravina Shamdasani, nannte die Meldungen alarmierend. Hunderttausende Zivilisten seien in der Region Afrin in Gefahr. Das Krankenhaus in Afrin stehe als einzige Einrichtung, die größere Operationen vornehmen könne, unter gewaltigem Druck.

Flüchtende in der Region Afrin im syrisch-türkischen Grenzgebiet. | Bildquelle: AFP
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Auch im Kampfgebiet um Afrin versuchen Zivilisten, sich in Sicherheit zu bringen.

Sorge um die Eingeschlossenen

Die Stadt unweit der türkisch-syrischen Grenze ist offenbar weitgehend eingeschlossen. Das UN-Menschenrechtsbüros zeigte sich "tief besorgt" über die Lage der praktisch eingekesselten Zivilisten. Sie seien der Gefahr ausgesetzt, getötet, verletzt, belagert, vertrieben oder als Geiseln zum Schutz gegen Angriffe genommen zu werden. In Afrin gebe es kaum noch Wasser.

Geflüchtete Kinder, die von UNICEF betreut wurden, seien unterernährt gewesen. Die ganz Kleinen könnten wegen Vitamin-D-Mangels kaum laufen. Viele Kinder hätten Krätze und Läuse, Mütter litten an Blutarmut. Damit Kinder nicht verloren gehen, habe UNICEF Armbänder für die Kleinen verteilt, damit Eltern Namen und Kontaktdaten darauf schreiben können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. März 2018 um 15:00 Uhr.

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