Pilger verfolgen den Leidensweg Christi auf der Via Dolorosa nach. | Bildquelle: AFP

Karfreitagsprozession "Einander respektieren und akzeptieren"

Stand: 19.04.2019 14:40 Uhr

Sie kommen aus der ganzen Welt nach Jerusalem um den Leidensweg von Jesus bis zu seiner Kreuzigung nachzugehen. An 14 Stationen singen und beten die Pilger in den verschiedensten Sprachen.

Tausende Pilger ziehen durch die Via Dolorosa. Dicht gedrängt ziehen sie mit langsamen Schritten über das Pflaster der engen Gasse in der Jerusalemer Altstadt.

Einer von ihnen ist Daniel. Er kommt aus dem US-Bundesstaat Ohio. Auf seinen Schultern trägt er ein Holzkreuz. Die etwa 20 Kilo stemmt er einem Freund. "Ich liebe jeden Moment. Es gibt so viele heilige Stätten hier. Überall passiert etwas. Aus jüdischer Sicht, christlicher oder muslimischer". Es sei eine tolle Möglichkeit, mehr über andere Religionen zu lernen.

Die Pilger kommen aus den USA, der Elfenbeinküste, Spanien und vielen anderen Ländern. Sie gehen den letzten Weg Jesu. Von seiner Verurteilung bis zur Kreuzigung. 14 Stationen gibt es entlang des Weges. An ihnen singen und beten die Pilger oder hören Texte aus der Bibel. Gesänge und Gebete in unterschiedlichen Sprachen überlagern sich.

Gläubige aus aller Welt begehen Osterfeierlichkeiten in Jerusalem
tagesschau 20:00 Uhr, 19.04.2019, Mike Lingenfelser, ARD Tel Aviv

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"Einander Raum zum Leben geben"

Wolfgang Schmidt ist den Kreuzweg schon sehr früh am Morgen gegangen. Das Verbindende im Glauben zu spüren und in Jerusalem zu erleben, sei ein starkes Gefühl für ihn.

Schmidt ist seit sieben Jahren der Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland hier in Jerusalem. Ihn beeindrucken das Miteinander der unterschiedlichen Konfessionen und das Zusammenleben der Religionen in der Stadt. Sein Osterwunsch sei, dass "Menschen sich einander respektieren und akzeptieren in ihrer Verschiedenheit. Die Einander den Raum zum Leben geben. Daraus könnte Frieden wachsen".

Auch Hashem Malki hofft auf friedliche Zeiten. Seit zwei Jahren kommen seinem Eindruck nach mehr Menschen nach Jerusalem. Es sei sicherer geworden, wenn es keine politischen Probleme gibt. "Außerdem sind die Flugtickets günstiger geworden".

Malki verkauft in der Via Dolorosa unter anderem Rosenkränze und Marienbilder. An seinem Laden ziehen die Pilger ganz am Anfang ihrer Prozession vorbei.

Tausende Pilger ziehen die Via Dolorosa entlang. | Bildquelle: AFP
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Pilger ziehen die Via Dolorosa in Jerusalem entlang und verfolgen den Leidensweg Jesus bis zur Kreuzigung.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch

In den Straßen sind auch Hunderte Polizisten. Einige tragen Maschinengewehre und haben Helme und Tränengasgranaten bei sich. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch. Denn am Abend beginnt das jüdische Pessach-Fest. Dann strömen Zehntausende jüdische Gläubige an die Klagemauer.

Am Ende der Via Dolorosa wartet Hanna Elias auf Kunden. Er schaut direkt auf die Grabeskirche. Dort soll Jesus gestorben und auferstanden sein. Für den Araber ist das etwas ganz Besonderes. Als Christ sei Ostern Teil seines Glaubens. "Das bedeutet mir viel, hier zu sein. Und ich bin stolz, dass meine Familien diesen Laden für Gläubige schon so lange hat".

Die Christen aus der Region feiern Ostern in der Mehrzahl erst in der nächsten Woche. Wegen eines anderen Kalendersystems ist für die orthodoxen Christen erst dann Ostern.

Dann dürfen wohl auch wenige hundert Christen aus dem abgeriegelten Gaza-Streifen nach Jerusalem. Die israelischen Behörden haben ihnen nach eigenen Angaben nun doch die Ausreise erlaubt. Die christliche Gemeinde in Gaza hat das bisher nicht bestätigt.

Prozession zieht durch Jerusalem
Björn Dake, ARD Tel Aviv
19.04.2019 13:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 19. April 2019 Deutschlandfunk um 13:26 Uhr in der Sendung "Informationen am Mittag" und die tagesschau um 14:20 Uhr.

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