Viktor Orban

Krieg in der Ukraine Ungarn will keine Waffenlieferungen durchlassen

Stand: 01.03.2022 09:24 Uhr

Zahlreiche Staaten wollen der angegriffenen Ukraine Waffen liefern - der westliche Nachbar Ungarn aber stellt klar: nicht über unser Hoheitsgebiet. Ministerpräsident Orban begründet die Entscheidung mit Sicherheitsbedenken.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban will es nicht zulassen, dass Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine über ungarisches Hoheitsgebiet transportiert werden. "Wir haben entschieden, dass wir keine derartigen Lieferungen durchlassen", teilte er in einer Erklärung mit, die die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI am Montagabend veröffentlichte.

Der rechtsnationale Politiker begründete die Entscheidung damit, dass in der westukrainischen Region Transkarpatien mehr als 100.000 ethnische Ungarn leben. Deren Sicherheit wäre durch derartige Lieferungen gefährdet, hieß es.

Das EU- und NATO-Land Ungarn grenzt im Osten an die Ukraine und weist eine etwa 140 Kilometer lange gemeinsame Grenze auf.

Orban: "Ungarn hält sich heraus"

Orban hat in der EU die Sanktionsbeschlüsse gegen Russland sowie die Entscheidung, die Ukraine mit Waffen zu unterstützen, mitgetragen. Den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilte er jedoch eher halbherzig.

In den Jahren seit seinem Amtsantritt 2010 entwickelte Orban ein freundschaftliches Verhältnis zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. In der Erklärung von Montagabend sagte Orban weiter: "Es ist das Interesse der ungarischen Menschen, dass sich Ungarn aus diesem Krieg heraushält." Aus diesem Grunde werde Ungarn weder Waffen, noch Soldaten ins Kriegsgebiet schicken.