Opiodhaltige Tabletten | AP

Maßnahme der US-Regierung Sechs Milliarden gegen Opioid-Krise

Stand: 25.04.2019 08:16 Uhr

US-Präsident Trump will den Kampf gegen die Opioid-Epidemie verstärken. Dazu werde seine Regierung deutlich mehr Geld als bisher zur Verfügung stellen.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Die US-Regierung will in den kommenden beiden Jahren sechs Milliarden Dollar zur Bekämpfung der Opioid-Epidemie einsetzen. Das kündigte US-Präsident Donald Trump auf einem Anti-Drogen-Kongress in Atlanta an. Das Geld soll unter anderem Präventionsprogramme für Jugendliche verbessern, mehr Reha-Zentren zur Behandlung Opioid-Süchtiger schaffen und den Kampf der Behörden gegen kriminelle Pillen-Portale im Internet stärken.

Martin Ganslmeier

130 Tote jeden Tag

Trump sagte, auch wenn die Epidemie nicht über Nacht besiegt werden könne, so werde seine Regierung alle ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen mobilisieren, "bis der Job erledigt" sei. Es gebe auch erste Zeichen der Hoffnung. So sei die Zahl der Drogentoten durch Überdosierungen in den vergangenen zwölf Monaten um fünf Prozent zurückgegangen.

Doch noch immer sterben in den USA täglich 130 Menschen an den Folgen ihrer Opioidsucht, meist durch eine Überdosis von Schmerztabletten, Heroin oder Fentanyl, einem meist in China hergestellten synthetischen Opioid. Damit sterben mehr Amerikaner an den Folgen der Opioid-Sucht als im Straßenverkehr oder durch Schusswaffengebrauch. Die Epidemie trifft in den USA alle gesellschaftlichen Schichten.

Schmerzmittel als Einstieg

Als einer der Verursacher gilt der Arzneimittelkonzern Purdue Pharma, der in den 1990er-Jahren die opioidhaltigen Schmerztabletten OxyContin aggressiv in den Markt drückte. Zwar verschreiben die Ärzte in den USA heute solche Schmerzmittel deutlich restriktiver, aber viele Süchtige stiegen auf Heroin oder Fentanyl um, sagen Experten.

Trump bekräftigte seine Absicht, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, um damit auch den Heroinschmuggel zu stoppen. Nach Angaben der US-Behörden kommt jedoch der Löwenanteil des Heroins - versteckt in Fahrzeugen - über reguläre Grenzübergänge in die USA.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. April 2019 um 06:54 Uhr.