Soldaten in Schutzanzügen, die an den Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagenten Skripal und dessen Tochter mitarbeiten. | Bildquelle: dpa

Bestätigung durch OPCW Britisches Paar durch Nowitschok vergiftet

Stand: 05.09.2018 10:32 Uhr

Eigene Tests der Organisation für das Verbot chemischer Waffen haben die polizeilichen Erkenntnisse bestätigt: Bei dem Gift, mit dem ein südenglisches Paar in Kontakt gekommen war, handelt es sich um Nowitschok.

Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) hat bestätigt, dass das Ende Juni in Südengland vergiftete Paar mit Nowitschok in Kontakt gekommen war. Die Analyse habe die Erkenntnisse Großbritanniens bestätigt, teilte die OPCW mit. "Dies war ein Nowitschok-Nervengift, von derselben Art wie das, welches bei der versuchten Ermordung von Sergej und Julia Skripal verwendet wurde", hieß es von der Organisation.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt erklärte, Großbritannien sei der OPCW "dankbar für die unabhängige Arbeit der Experten, welche die Art des Nervengifts bestätigt" habe. "Die Rücksichtslosigkeit des russischen Staates, ein Nervengift ohne Rücksicht auf die Sicherheit der Bevölkerung nach Großbritannien zu bringen, ist erschreckend und unverantwortlich", fügte er hinzu.

Das Krankenhaus von Salisbury | Bildquelle: AFP
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Ein südenglisches Paar war am 30. Juni mit Vergiftungssymptomen in diese Klinik im südenglischen Salisbury gebracht worden.

Zuvor wurden Skripal und seine Tochter mit Nowitschok vergiftet

Ein Brite und seine Partnerin waren am 30. Juni im südenglischen Amesbury mit dem Gift in Berührung gekommen. Die Frau war später an den Folgen gestorben. Die britische Polizei hatte zunächst vermutet, dass die beiden verunreinigte Drogen konsumiert hatten. Tests ergaben später, dass es sich um Nowitschok handelte. 

Zuvor waren im März der frühere russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der Nähe des Wohnorts des britischen Paars bei einem Nowitschok-Angriff schwer verletzt worden. Beide überlebten. Die Polizei geht dem Verdacht nach, dass das Paar aus Amesbury den Nowitschok-Resten des Anschlags auf die Skripals ausgesetzt waren. Die britische Regierung hat Russland bereits frühzeitig für den Anschlag verantwortlich gemacht, was zu einem schweren diplomatischen Zerwürfnis führte.

OPCW bestätigt britische Erkenntnisse im Fall Amesbury
Ludger Kazmierczak, WDR Den Haag
05.09.2018 11:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. September 2018 um 09:18 Uhr.

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