Zerstörte Häuser in Duma | Bildquelle: AP

OPCW-Bericht zu Syrien Chemiewaffeneinsatz in Duma bestätigt

Stand: 01.03.2019 21:02 Uhr

Ein Angriff im April 2018 auf die von Rebellen gehaltene Stadt Duma in Syrien war heftig diskutiert worden. Nun teilte die Organisation OPCW mit, es gebe triftige Gründe anzunehmen, dass Giftgas eingesetzt wurde.

Nach Einschätzung der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) ist bei einer Attacke auf die Stadt Duma Giftgas eingesetzt worden.

Es gebe triftige Gründe anzunehmen, dass giftige Chemikalien als Waffe bei dem Angriff am 7. April 2018 eingesetzt wurden, teilte die OPCW in ihrem Abschlussbericht zu dem Zwischenfall in der Stadt Duma mit. Es habe sich sehr wahrscheinlich um Chlorgas gehandelt. Bei dem Angriff in der von Rebellen gehaltenen Stadt waren nach Einschätzung des UN-Menschenrechtsrats mehr als 49 Menschen getötet und bis zu 650 verletzt worden.

Bombardierung syrischer Stellungen durch die USA

Über die Attacke mit Chemiewaffen gab es international heftige Kontroversen. Die syrische Opposition und der Westen machten die syrischen Regierungstruppen verantwortlich. Die USA, Frankreich und Großbritannien bombardierten wegen des Zwischenfalls syrische Stellungen mit Marschflugkörpern. Syrien und sein Verbündeter Russland hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen und von einer inszenierten Attacke gesprochen.

Die russische Botschaft in den Niederlanden kritisierte den OPCW-Bericht: Die Organisation spreche von einem Chlorgas-Einsatz trotz aller Beweise, die von Russland, Syrien und britischen Journalisten präsentiert worden seien, schrieb die Botschaft auf Twitter. So war die Rede von einem Labor, in dem die Rebellen chemische Kampfstoffe produziert hätten.

Allerdings sagt die OPCW in ihrem Bericht nicht, wer für den Angriff verantwortlich war. Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung des Berliner Global Public Policy Institute (GPPi) listet mehr als 300 Chemiewaffen-Einsätzen in Syrien auf. In 98 Prozent der Fälle soll demnach die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und für den Rest die Terrororganisation "Islamischer Staat" verantwortlich sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. März 2019 um 23:00 Uhr.

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