Impfstoff-Fläschen von Biontech / Pfizer.

Neue Studie aus Südafrika BioNTech schützt bei Omikron - aber geringer

Stand: 14.12.2021 12:45 Uhr

Laut einer Studie aus Südafrika schützen zwei Dosen des BioNTech-Impfstoffs auch bei der Omikron-Variante deutlich vor schweren Verläufen. Der Schutz vor Ansteckung ist aber wesentlich geringer. Das Risiko für Kinder scheint insgesamt gering.

Zwei Dosen des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer scheinen einer großangelegten Studie aus Südafrika zufolge einen deutlichen Schutz vor schweren Erkrankungen während der dortigen Omikron-Welle zu bieten. Die von Südafrikas größtem privaten Krankenversicherungsverwalter Discovery Health veröffentlichte Untersuchung basiert auf mehr als 211.000 positiven Testergebnissen zwischen dem 15. November und 7. Dezember, von denen etwa 78.000 auf die neue Virusvariante Omikron zurückgeführt wurden.

Demnach bot eine zweifache BioNTech-Impfung einen 70-prozentigen Schutz vor schweren Verläufen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen. Der Schutz vor einer Infektion ist mit 33 Prozent aber niedrig. Allerdings sei zu bedenken, dass es sich um vorläufige Ergebnisse aus den ersten drei Wochen der Omikron-Welle in Südafrika handele, die sich mit deren Ausweitung noch ändern könnten.

Risiko einer Neuinfektion höher

Laut der Studie war das Risiko einer Neuinfektion während der vierten Welle in Südafrika höher als bei früheren Wellen. Gleichzeitig sei das Risiko einer Krankenhauseinweisung bei Erwachsenen um 29 Prozent niedriger als bei der ersten Welle Anfang vergangenen Jahres.

Bei Kindern scheine das Risiko einer Krankenhauseinweisung dagegen um 20 Prozent höher zu sein als in der ersten Welle, die absolute Häufigkeit sei aber sehr niedrig. Einzelne Berichte aus Krankenhäusern in Südafrika deuteten jedoch darauf hin, dass die meisten Covid-19-Diagnosen bei Kindern, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, zufällig festgestellt worden seien. Viele Kinder, die wegen anderer Erkrankungen in Krankenhaus gekommen seien, würden bei Routine-Screening-Tests positiv getestet.

Risiko für Kinder geringer

Die Analyse von Discovery Health zeige zudem, dass das Risiko, dass Kinder positiv getestet werden, deutlich geringer gewesen sei als bei Erwachsenen. "Bei Kindern war die Wahrscheinlichkeit, positiv auf Covid-19 getestet zu werden, im Omikron-Zeitraum um 51 Prozent niedriger als bei Erwachsenen, und insgesamt bleibt das Risiko, dass Kinder wegen Covid-19-Komplikationen ins Krankenhaus eingeliefert werden, gering," machte Discovery-Health-Expertin Shirley Collie deutlich.

Südafrika war das erste Land, in dem die Omikron-Variante entdeckt wurde. Der Erreger hatte sich in der Bevölkerung rasch ausgebreitet, vor allem in der bevölkerungsreichsten Provinz Gauteng.

Der Sieben-Tage-Wert der täglich neu auftretenden Fälle ist in den vergangenen zwei Wochen von 8,07 am 29. November auf 34,37 am 13. Dezember angestiegen, so die Johns Hopkins University. Die Zahl der Todesfälle ist im gleichen Zeitraum nicht gestiegen.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 14. Dezember 2021 um 17:04 Uhr.