Demonstranten halten Plakate und Transparente hoch, um die australische Regierung aufzufordern, die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking wegen Chinas Menschenrechtslage zu boykottieren | AFP

Winter-Olympia in Peking Weltweiter Protest gegen die Spiele

Stand: 23.06.2021 13:38 Uhr

Die Menschrechtsverletzungen in China werden schon lange international angeprangert. Heute demonstrieren Menschenrechtler deshalb weltweit gegen die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Den Protesttag haben Menschenrechtsvereine, Politikerinnen und Aktivisten aus aller Welt organisiert. Sie fordern einen Boykott der Olympischen Winterspiele von Peking nächstes Jahr. Hintergrund sind die Menschenrechtsverletzungen durch Chinas Staats- und Parteiführung.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Menschen in Straflagern und Unterdrückung der Tibeter

Die Organisatoren des Aktionstags verweisen zum Beispiel auf das de facto Ende der Autonomie in Hongkong, dann auf die rund eine Million Menschen, die im chinesischen Landesteil Xinjiang ohne Gerichtsverfahren in Straflagern sitzen und auch auf die Unterdrückung der Tibeter in China.

Ein Kernvorwurf richtet sich auch an das Internationale Olympische Komitee: Das IOC habe nichts gelernt aus den schlechten Erfahrungen mit den Olympischen Sommerspielen von 2008 in Peking. Auch damals habe Chinas Staats- und Parteiführung mehr Offenheit und Toleranz versprochen, aber das Gegenteil sei passiert. Das Land habe sich weiter verschlossen, die Menschrechtslage habe sich weiter verschlechtet.

"Regierung will erstarktes China präsentieren"

"Wir gehen davon aus, dass die chinesische Regierung - also die Kommunistische Partei - diese Spiele nutzen wird, um ein erstarktes China zu präsentieren, in dem Harmonie herrscht, in dem die verschiedenen Völker friedlich zusammenleben", erklärt Hanno Schedler von der "Gesellschaft für bedrohte Völker", die den Protesttag mitorganisiert. "Und das ist eben nicht der Fall."

Die weltweiten Aufrufe, die Olympischen Spiele in China nächstes Jahr zu boykottieren, sind nicht neu. Sie werden aber lauter. Chinas Staats- und Parteiführung und das IOC weisen die Vorwürfe zurück. Das Orga-Komitee von Peking 2022 will die Boykottdiskussion nicht kommentieren und verweist darauf, dass man sich nicht zu politischen, sondern nur zu sportlichen Themen äußere - obwohl im chinesischen Orga-Komitee fast ausschließlich Funktionäre der Kommunistischen Partei sitzen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Juni 2021 um 14:14 Uhr.