Die olympischen Ringe sind an einem Fenster im Medienzentrum der Olympischen Winterspiele in Peking zu sehen | dpa

Olympische Spiele in China NGOs fordern diplomatischen Boykott

Stand: 28.01.2022 07:54 Uhr

Nichtregierungsorganisationen fordern die Regierungen auf, sich einem diplomatischen Boykott der Olympischen Spiele anzuschließen. Olympia könne keine "positive Kraft" entfalten, wenn die Regierung in Peking schwere Verbrechen begeht.

Vor den Olympischen Winterspielen in Peking beklagen 243 Nichtregierungsorganisationen aus der ganzen Welt Gräueltaten und schwere Menschenrechtsverletzungen durch Chinas Regierung. Sie fordern die Regierungen auf, sich einem diplomatischen Boykott der Spiele anzuschließen. Athletinnen, Athleten und Sponsoren sollten die Menschenrechtsverletzungen der Regierung nicht legitimieren.

"Schwieriger, für Gerechtigkeit zu kämpfen"

Dass die Olympischen Winterspiele in Peking stattfinden, sei "ein Signal an die Welt, dass die Regierung von Xi Jinping unproblematisch ist", erklärte die Direktorin von Chinese Human Rights Defenders, Renee Xia. "Wenn die Welt eine solche katastrophale Menschenrechtssituation ignoriert, wird es für die Opfer noch schwieriger, für Gerechtigkeit zu kämpfen."

Unabhängige Zivilgesellschaft abgeschafft

Unter Präsident Xi hätten Chinas Behörden massive Übergriffe gegen Uiguren, Tibeter, andere ethnische Gruppen und Anhänger aller unabhängigen Glaubensrichtungen verübt, erklärte Human Rights Watch (HRW). Sie hätten die unabhängige Zivilgesellschaft quasi abgeschafft, indem sie Menschenrechtsaktivisten, Rechtsanwälte, Journalisten und andere verfolgten.

Die "einst blühende Zivilgesellschaft" in Hongkong sei ausgehöhlt und technologiegestützte Überwachung ausgeweitet, "um das Recht auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungsfreiheit und friedliche Versammlung erheblich einzuschränken".

"Olympische Spiele können keine "positive Kraft" entfalten, wie das Internationale Olympische Komitee behauptet, wenn die Regierung des Gastgeberlandes schwere Verbrechen begeht und gegen internationales Recht verstößt", erklärte die HRW-China-Direktorin Sophie Richardson.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 24. Januar 2022 um 18:30 Uhr.