EU-Energiekommissar Oettinger in Berlin

Energieversorgung der Ukraine Oettinger sieht Lösung im Gasstreit

Stand: 26.05.2014 21:58 Uhr

Im Ringen um eine Lösung im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland hat sich EU-Energiekommissar Günther Oettinger nach einem neuen Treffen optimistisch gezeigt. Zwar gebe es keinen Durchbruch, doch er glaube, "dass eine Einigung aufgrund des guten Willens aller Beteiligter möglich ist". Er sehe eine "gute Chance", vor dem 1. Juni zu einer Einigung im Gasstreit zu kommen.

Bei den Gesprächen in Berlin hatten sich die Energieminister Russlands und der Ukraine beraten. Dabei wurde ein Kompromiss diskutiert. Er sieht vor, dass die Ukraine ab Donnerstag zwei Milliarden Dollar (umgerechnet 1,5 Milliarden Euro) an Russlands Gazprom-Konzern für ausstehende Gasrechnungen zahlt. Moskau und Kiew müssten dem bis Mittwochabend zustimmen. Ob die Staaten dazu wirklich bereit sind, ist bislang offen. Sollten sie zustimmen, könnten am Freitag Verhandlungen über den künftigen Gaspreis beginnen.

Mehr als 2,5 Milliarden Euro Altschulden

Nach dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar hatte Moskau sämtliche unter seiner Führung gewährten Rabatte auf Gaslieferungen gestrichen und die Bezahlung offener Rechnungen in Milliardenhöhe gefordert. Sollten die Altschulden nicht beglichen werde, will Russland ab Juni der Ukraine kein Gas mehr zukommen lassen. Der russische Energieminister hatte die Schulden vor kurzem auf 3,5 Milliarden US-Dollar (2,6 Milliarden Euro) beziffert.

Die Ukraine bezieht die Hälfte ihres Verbrauchs aus Russland. Aber auch die EU hat ein Interesse an einer Verständigung zwischen den Ländern inmitten des Konflikts um die Annexion der Krim und Abspaltungsbestrebungen im Osten der Ukraine. Die EU bezieht ebenfalls gut ein Drittel ihres Verbrauchs aus Russland, große Mengen davon fließen über die Ukraine.

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