Sebastian Lurz | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie Österreich beginnt mit drittem Lockdown

Stand: 26.12.2020 16:09 Uhr

Nach einer Lockerung der Regeln über Weihnachten hat in Österreich der dritte Lockdown begonnen. Bundeskanzler Kurz sagte dem ORF, er rechne Anfang 2021 in ganz Europa mit einer dritten Infektionswelle.

Es ist der dritte Lockdown für Österreich, der heute begonnen hat. Abgesehen von Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien bleiben Geschäfte die nächsten drei Wochen geschlossen. Banken und Fahrrad-Werkstätten dürfen auch aufbleiben, Friseure nicht. Häuser und Wohnungen dürfen rund um die Uhr nur aus einem gutem Grund verlassen werden - allerdings zählen dazu auch Sport oder Spaziergänge. Die Regeln gelten bis zum 17. Januar.

Ungarn impft, Österreich geht erneut in den Lockdown
tagesschau 20:00 Uhr, 26.12.2020, Markus Rosch, ARD Wien

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Kurz: Dritte Welle kommt

Die erlaubten Kontakte mit anderen Haushalten sind massiv eingeschränkt. Wenn Geschäfte und Kultureinrichtungen am 18. Januar wieder aufmachen, müssen Besucher zunächst einen negativen Corona-Test vorweisen, um sie zu besuchen.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz rechnet im kommenden Jahr europaweit mit einer dritten Corona-Welle und einem massiven Anstieg der Infektionszahlen. "Das erste Quartal 2021 wird sicherlich für Europa noch eine extreme Herausforderung werden, die dritte Welle wird über uns hereinbrechen, und die Ansteckungszahlen werden in vielen europäischen Ländern wieder massiv zunehmen, sagte Kurz dem ORF.

Kurz: "Tests werden so normal wie Zähneputzen"

Dank der Impfungen und Tests sei danach Entspannung zu erwarten, sagte er. "Ich rechne damit, dass wir im Sommer wieder in weiten Teilen zur Normalität zurückkehren können." Kurz sagte weiter: "Ich glaube, dass Tests in den kommenden Monaten eine absolute Normalität werden wie das tägliche Zähneputzen."

Zahlreiche Skigebiete sind in Österreich wieder geöffnet. Aber diese können wegen strikter Quarantänevorschriften für Einreisende oder etwa in Bayern für Rückkehrer praktisch nur von Einwohnern genutzt werden.

Am Semmering rund 100 Kilometer südwestlich von Wien kam es am ersten Weihnachtstag zu Gedrängel auf Rodelwiesen. Deshalb wurden Absperrgitter aufgestellt, um die Zahl der Nutzer zu begrenzen, wie der Bürgermeister sagte. Die Seilbahnen reduzierten die Zahl der Gäste, die transportiert werden können, pro Gondel auf die Hälfte. Tickets müssen vorab online gekauft werden.

Konsequentes Handeln wie im ersten Lockdown

Laut ORF erleben die Österreicher die Phasen zwischen Lockdown und Lockerungen als eine Form der Hochschaubahnfahrt. Dies sei für Kurz aber nicht überraschend: "Das ist einfach die Logik einer Pandemie, dass Pandemien im Regelfall in Wellen kommen und daher natürlich auch die Phase zwischen den Wellen dafür genutzt werden, wieder mehr an Freiheit zu erleben. Das war wirtschaftspolitisch und sozial nötig, denn wir würden ja alle überschnappen, wenn es nicht zwischen den Lockdowns wieder etwas normalere Phasen gäbe."

Man müsse aber nun wieder auf das konsequente Handeln aus dem ersten Lockdown zurück, sagte der Kanzler. Es gäbe ja so etwas wie das "Pandemieparadoxon", dass man ab dem Moment, wo man eine Gefahr abgewandt hätte, beginnt, die Gefahr kleinzureden.

Die Zahl der Neuinfektionen in Österreich war berechnet auf 100.000 Einwohner zuletzt unter die Werte in Deutschland gefallen.

Über dieses Thema berichtete am 26. Dezember 2020 tagesschau24 um 15:00 Uhr und die tagesschau um 16:33 Uhr.

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