Screenshot aus dem sogenannten Ibiza-Video | dpa

Politikskandal in Österreich Verhaftung in "Ibiza-Affäre"

Stand: 11.12.2020 11:31 Uhr

2019 wurde die "Ibiza-Affäre" in Österreich zum Politikskandal: Vizekanzler Strache trat zurück, Neuwahlen folgten. Der mutmaßliche Initiator des Videos ist nun in Berlin verhaftet worden.

Der mutmaßliche Drahtzieher des Ibiza-Videos, das 2019 zum Sturz der österreichischen Regierung geführt hat, ist in Berlin festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Wien sowie die Berliner Polizei bestätigten der Nachrichtenagentur dpa die Festnahme, über die zunächst die österreichische Zeitung "Die Presse" berichtet hatte. Die Berliner Polizei griff den seit über einem Jahr per europäischem Haftbefehl Gesuchten demnach am Donnerstag auf.

In dem Video, das 2017 in einer Villa auf der spanischen Insel Ibiza aufgenommen wurde, hatte der spätere österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der rechten FPÖ mit einer angeblichen russischen Oligarchin unter anderem über illegale Parteispenden und Großaufträge gesprochen und anfällig für Korruption gewirkt. Strache hat bisher stets alle Vorwürfe bestritten.

Übergabe durch deutsche Behörden

Die Veröffentlichung von Ausschnitten des Videos durch "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung" im Mai 2019 führte in Österreich zum Rücktritt Straches aus der ÖVP-FPÖ-Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz und später zu Neuwahlen.

Der Privatdetektiv, der im Video als Begleiter des Lockvogels auftaucht und zuvor die Falle eingefädelt und das Haus verwanzt haben soll, war nach Bekanntwerden des Videos untergetaucht. Medienberichten zufolge wird ihm neben der illegalen Herstellung von Ton- und Filmaufnahmen außerdem der Handel von Kokain zur Last gelegt. Laut der Wiener Staatsanwaltschaft müssen die deutschen Behörden nun über das Einleiten eines Übergabeverfahrens entscheiden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Dezember 2020 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.