Passanten gehen durch eine Straße in Graz (Österreich). | dpa

Neue Regeln in Österreich In der Fußgängerzone mit FFP2-Maske

Stand: 06.01.2022 18:44 Uhr

Österreichs Kanzler Nehammer beschreibt die Corona-Situation als "sehr ernst": Um die Zahlen zu senken, gilt künftig auch im Freien eine FFP2-Maskenpflicht, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann. Zudem werden die Quarantänezeiten gekürzt.

Angesichts stark steigender Infektionszahlen hat die österreichische Regierung schärfere Corona-Maßnahmen beschlossen. Künftig muss im Freien eine FFP2-Maske getragen werden, wenn kein Zwei-Meter-Abstand eingehalten werden kann, wie Bundeskanzler Karl Nehammer in Wien ankündigte. Dies gilt zum Beispiel für Fußgängerzonen und Warteschlangen.

Derzeit gelten bereits weitreichende Einschränkungen für Ungeimpfte in Österreich, wie etwa 2G-Regelungen im Einzelhandel. Hier sollten die Kontrollen verstärkt werden, sagte Nehammer. Zudem sollten verschärfte Sanktionen gelten. "Wenn sich Betriebe nicht an die Vorgaben halten, werden wir die Handhabe haben, die Betriebe zu sperren."

Kürzere Quarantänezeiten

Zugleich werden die Vorschriften bei Quarantäne geändert. So könnten sich Kontaktpersonen und auch Infizierte ab dem fünften Tag per PCR-Test freitesten. Menschen, die drei Impfungen erhalten haben, und alle, die bei einem Kontakt eine FFP2-Maske getragen haben, würden künftig nicht mehr als Kontaktpersonen gezählt.

Zudem dürften Beschäftigte in wichtigen Betrieben und Organisationen, die als Kontaktpersonen geführt würden, mit FFP2-Maske und täglichem Test weiterhin ihrer Arbeit nachgehen. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein sagte, Omikron verlange ein Umdenken der Politik. Die Variante sei um ein vielfaches ansteckender, zugleich sei die Gefahr geringer, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Doch die hohe Zahl von Ansteckungen könnte die Funktionsfähigkeit der kritischen Infrastruktur beeinträchtigen.

Der sogenannte Grüne Pass als Nachweis einer Impfung wird den Angaben zufolge von Februar an nur noch sechs Monate gültig sein.

Kraftanstrengung, um Lockdown zu vermeiden

Die Situation sei sehr ernst, sagte Nehammer. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung könne ein neuer Lockdown aber verhindert werden. Ausschließen könne er einen solchen Schritt aber nicht.

In Österreich steigt die Zahl der Corona-Infektionen derzeit rapide an. Am Donnerstag wurden 8263 Neuinfektionen gemeldet, zu Beginn des Jahres waren es noch rund 3000.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Januar 2022 um 17:23 Uhr.