Blick auf die Alpen in Kärnten | Bildquelle: picture alliance / Edwin Stranne

Neue Corona-Maßnahmen in Österreich Die Angst vor dem "Sommer-Ischgl"

Stand: 08.07.2020 17:07 Uhr

Österreich verzeichnet wieder mehr Touristen, in manchen Urlaubsorten drängen sich Menschen vor den Lokalen - und die Sorge vor einem neuen Corona-Hotspot wächst. Ein Bundesland verhängt nun eine besondere Maskenpflicht.

Après-Ski, dichtes Gedränge, Touristen aus verschiedenen Ländern auf engem Raum: Im Februar und März wurde der österreichische Skiort Ischgl zu einem Hotspot des europäischen Corona-Infektionsgeschehens. Auf die steigenden Fallzahlen im Land reagierte die Regierung in Wien schließlich mit Beschränkungen, schloss Gaststätten und Geschäfte, führte eine Maskenpflicht ein - und lockerte die Maßnahmen wieder, nachdem die Infektionszahlen gesunken waren.

Nun aber wächst angesichts steigender Besucherzahlen die Sorge, dass sich das Virus erneut ausbreiten könnte. So hat das bei Urlaubern beliebte Bundesland Kärnten angekündigt, künftig eine abendliche Maskenpflicht in Tourismus-Hotspots zu verhängen. An stark besuchten Orten wie Velden oder dem Wörthersee muss dann im öffentlichen Raum jede Nacht von 21 Uhr bis 2 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

"Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden", sagte Tourismus-Landesminister Sebastian Schuschnig (ÖVP) gegenüber Medien. Die Verordnung werde noch ausgearbeitet und solle am Freitag in Kraft treten, kündigte die Landesregierung an.

Sorge bei Gastronomen

Das für seine Seen bekannte Bundesland mit rund 560.000 Einwohnern meldet zwar aktuell nur 14 Corona-Fälle, verzeichnet seit Mai aber immer mehr Touristen. Das sorgt seit Wochen für Sorgen. Ein Gastronom berichtete im ORF, dass sich der Andrang langsam kaum noch bewältigen lasse. Die Platzzahl in den Lokalen ist beschränkt - doch die Gruppen vor den Gaststätten und Bars seien kaum zu kontrollieren. Mit den Sommerferien dürfte sich das Problem noch verschärfen.

Appelle hätten nicht ausgereicht, um Ansammlungen ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen zu verhindern, sagte Schuschnig nun. Sowohl die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden als auch die Vertreter der Gastronomie stünden hinter dem Plan.

Regierung: Situation unter Kontrolle

Bereits gestern war auch für Oberösterreich die Wiedereinführung der Maskenpflicht angekündigt worden. Von Donnerstag an müssen die Bürger dort wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen. Das Bundesland verzeichnete nach einem regionalen Ausbruch rund um Linz einen deutlichen Anstieg an Infektionen. Das führte auch dazu, dass am Montag erstmals seit Mai wieder mehr als 1000 akut Infizierte in Österreich gemeldet wurden. Aktuell zählen die Behörden rund 1100 Erkrankte im ganzen Land.

Von der Regierung in Wien kommen dennoch beruhigende Töne. Zwar sprach sie für mehrere Länder Reisewarnungen aus, insgesamt sei die Situation in dem Land aber weiter unter Kontrolle. Mit Oberösterreich und Wien seien nur zwei von neun Bundesländern von steigenden Infektionszahlen betroffen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Oberösterreich führt wieder Maskenpflicht ein
Clemens Verenkotte, ARD Wien
09.07.2020 06:07 Uhr

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