Präsentation einer Corona-Teststraße in der Wiener Stadthalle | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie Österreich weitet Massentests aus

Stand: 04.12.2020 08:36 Uhr

150.000 Menschen sollen sich täglich allein in Wien testen lassen können, auch Tirol und Vorarlberg beginnen mit groß angelegten Tests. Die Regierung hofft, dass Millionen Bürger teilnehmen und das bei der Eindämmung hilft.

In Österreich sollen Massentests die Ausbreitung des Coronavirus wirkungsvoll eindämmen. Am Freitag startet das Projekt in großem Stil in den Bundesländern Wien, Tirol und Vorarlberg.

Drei Testcenter in Wien

In Österreichs Hauptstadt Wien können sich die Bürger an drei Standorten bis zum 13. Dezember testen lassen. Die Kapazität in der Stadt liegt bei bis zu 150.000 Tests pro Tag. Ziel der Regierung ist es, dass sich mehrere Millionen Menschen untersuchen lassen.

Die Massentests gelten als wichtiger Baustein, gerade auch um symptomfreie Infizierte zu entdecken. Durch den knapp dreiwöchigen Lockdown, der am kommenden Montag - zumindest was den Handel angeht - wieder aufgehoben wird, waren die hohen Infektionszahlen in Österreich zuletzt deutlich gesunken.

Dennoch fährt die Regierung aus konservativer ÖVP und Grünen einen eher vorsichtigen Öffnungskurs. Dazu gehören auch die Reisebeschränkungen über Weihnachten und Neujahr. Wer aus einem Risikogebiet einreist, dazu zählt auch Deutschland, muss in eine zehntägige Quarantäne, die frühestens nach dem fünften Tag durch einen negativen PCR-Test beendet werden kann.

Start der Corona-Massentests in Österreich
tagesschau 12:00 Uhr, 04.12.2020, Nikolaus Neumaier, ARD Wien

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Von Erfahrungen in der Slowakei profitieren

Bei den Massentests orientiert sich Österreich auch an Erfahrungen aus der benachbarten Slowakei, die am Allerheiligen-Wochenende (31. Oktober und 1. November) Corona-Massentests im ganzen Land durchführte. Formell war die Teilnahme zwar freiwillig, doch wer keinen negativen Test vorweisen konnte, durfte anschließend zwei Wochen nicht einmal mehr zur Arbeit gehen. Deshalb unterzogen sich allein in der ersten von mehreren Testrunden 3,6 Millionen der 5,5 Millionen Einwohner einem Antigen-Schnelltest.

Angesichts des Aufwands der millionenfachen Tests in der Slowakei waren für eine anschließende Kontaktverfolgung der positiv Getesteten aber keine Kapazitäten mehr übrig. Auch gab es trotz des Wissens um eine geringere Zuverlässigkeit der Antigen-Schnelltests keine Kontrolltests, wenn jemand positiv getestet wurde.

Slowakei überdenkt Strategie

Inzwischen rückt die Slowakei schrittweise von ihrer Strategie landesweiter Corona-Massentests ab. Die für das erste Dezember-Wochenende erneut geplanten landesweiten Corona-Massentests wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Ein anderes Beispiel für Massentests ist das norditalienische Südtirol. Dort wurde nach einem mehrtägigen Corona-Massentest in der zweiten Novemberhälfte eine positive Bilanz gezogen. In der kleinen Alpen-Provinz ließen sich mehr als 350.000 Bürger und Bürgerinnen testen. Es gab Schlangen an den Stationen für den Antigen-Schnelltest.

Die für den Erfolg wichtige Zielmarke wurde genau erreicht, auch mit freiwilliger Teilnahme. Bei gut 3600 Teilnehmer, etwa einem Prozent der Getesteten, fiel der Test positiv aus. Ihnen wurde Quarantäne verordnet.

Auftakt in Wien - Corona-Massentests in Österreich
Andrea Beer, ARD Wien
04.12.2020 09:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Dezember 2020 um 12:00 Uhr.

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