Alexander Van der Bellen | Bildquelle: Reuters

Laut neuer Hochrechnung Van der Bellen uneinholbar vorn

Stand: 04.12.2016 18:32 Uhr

Jubel im Lager des Grünen-nahen Kandidaten Van der Bellen: Der aktuellen Hochrechnung zufolge liegt er bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich uneinholbar vorn. Demnach bekam er 53,3 Prozent der Stimmen. Der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer erhielt 46,7 Prozent und gestand seine Niederlage ein.

Der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen hat die Bundespräsidentenwahl in Österreich der aktuellen Hochrechnung des ORF zufolge gewonnen. Demnach lag er mit 53,3 Prozent vor dem FPÖ-Politiker Norbert Hofer, der auf 46,7 Prozent kam. Wie die für die Hochrechnung verantwortlichen Meinungsforscher vom Sora-Institut mitteilten, ist Van der Bellen damit nicht mehr einzuholen. Die Schwankungsbreite der Hochrechnung sei geringer als der Vorsprung Van der Bellens.

Städte noch nicht ausgezählt

Nach Einschätzung des ARD-Korrespondenten Michael Mandlik wird Van der Bellen seinen Vorsprung möglicherweise noch ausbauen: "Die Städte sind noch nicht ausgezählt und gerade hier hat Van der Bellen bei der letzten Abstimmung punkten können."

Hofer meldet sich auf Facebook zu Wort

Norbert Hofer bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wien am 02. Dezember 2016. | Bildquelle: dpa
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Hofer räumte seine Niederlage ein.

Damit sprachen sich die Österreicher mehrheitlich gegen einen Rechtspopulisten an der Staatsspitze aus. Hofer gestand seine Niederlage ein. "Ich bin unendlich traurig, dass es nicht geklappt hat", schrieb er bei Facebook. Er gratulierte Van der Bellen zum Wahlsieg.

Van der Bellens Anhänger feierten den Wirtschaftsprofessor mit lautem Jubel. Die Wahl wird international stark beachtet. Der österreichische Bundespräsident kann im Gegensatz zu seinem deutschen Pendant die Regierung eigenmächtig entlassen. Van der Bellen hatte eine zurückhaltende Amtsführung angekündigt. Er gilt als glühender Europa-Fan.

"Das ist ein historischer Tag"

Die österreichische Grünen-Vorsitzende Eva Glawischnig zeigte sich hocherfreut über den in Hochrechnungen prognostizierten Sieg Van der Bellens. "Das ist ein historischer Tag, eine historische Zäsur", sagte Glawischnig der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Für Österreich sei das eine gute und deutliche Entscheidung. Glawischnig sprach von einem Votum für ein Miteinander im Land. Zudem sei dies eine klare pro-europäische Entscheidung, die nach dem Brexit, aber auch nach der US-Wahl, besonders wichtig sei. Österreichs Bundeskanzler Christian Kern gratulierte Van der Bellen. "Ein sehr guter Tag für Österreich. Jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass sich keiner als Verlierer sieht", schrieb Kern auf Twitter.

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel zeigte sich erfreut. "Ganz Europa fällt ein Stein vom Herzen", schrieb er bei Twitter. Die Wahl in Österreich sei ein klarer Sieg der Vernunft über den Rechtspopulismus.

Schlampereien und Kuvert-Probleme

Bei der ersten Stichwahl am 22. Mai hatte Van der Bellen mit rund 31.000 Stimmen Vorsprung hauchdünn gewonnen. Entscheidend für den Sieg damals war die große Unterstützung für den Ex-Grünen-Chef in den Städten. In Wien hatte Van der Bellen mehr als 63 Prozent der Stimmen bekommen. Hofer dagegen erhielt sehr viel Zuspruch auf dem Land. Das Votum vom 22. Mai war allerdings vom Verfassungsgerichtshof wegen organisatorischer Schlampereien bei der Auszählung der Briefwahlstimmen annulliert worden.

Nach einer erneuten Verschiebung des ursprünglichen Wiederholungs-Wahltermins am 2. Oktober wegen Problemen mit den Briefwahl-Kuverts war dies nun der dritte Anlauf, um das höchste Staatsamt zu besetzen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Dezember 2016 um 17:20 Uhr.

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