Geflüchtete und Mitarbeiter der Organisation SOS Méditerranée an Bord des Rettungsschiffs "Ocean Viking" | AP

Notstand auf Rettungsschiff Medizinisches Team für die "Ocean Viking"

Stand: 04.07.2020 13:54 Uhr

An Bord der "Ocean Viking" vor Sizilien haben Geflüchtete offenbar damit gedroht, sich das Leben zu nehmen. Die Organisation SOS Méditerranée rief den Notstand aus. Italien schickt ein medizinisches Team.

Von Elisabeth Pongratz, ARD-Studio Rom

Die italienischen Seefahrtsbehörden haben nun einen Psychiater und einen Mediator an Bord der "Ocean Viking" geschickt. Das teilte eine Sprecherin der Organisation SOS Méditerranée mit. Die Lage an Bord hatte sich zuletzt erheblich verschärft, mehrere Gerettete wollten sich der Hilfsorganisation zufolge umbringen.

Elisabeth Pongratz ARD-Studio Rom

Hilfsorganisation: 44 Menschen müssen von Bord geholt werden

Nach Einschätzung der europäischen Hilfsorganisation müssten dringend 44 Menschen von Bord gebracht werden, sie befänden sich in akuter seelischer Not.

Da man die Sicherheit der Überlebenden und der Crew an Bord nicht mehr garantieren konnte, hatte SOS Méditerranée am Freitag den Notstand ausgerufen. Gleichzeitig nahm das Schiff Kurs in Richtung der sizilianischen Stadt Pozzallo.

Momentan befände es sich dort in der Nähe, sei aber immer noch in internationalen Gewässern. Man wolle sich an alle rechtlichen Vorgaben halten.

Italien und Malta verweigern Aufnahme

In den vergangenen Tagen hatte die Organisation mehrere Anfragen bei italienischen und maltesischen Behörden gestellt, um in einen sicheren Hafen einzulaufen, doch die Antwort sei jedes Mal negativ gewesen, so die Hilfsorganisation.

Anfang vergangener Woche war die "Ocean Viking" nach einer coronabedingten Pause aus Marseille ausgelaufen und rettete bei unterschiedlichen Einsätzen mehrere Menschen aus Seenot. Momentan befinden sich 180 Flüchtlinge an Bord des Schiffes.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Juli 2020 um 12:55 Uhr.

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Moderation 04.07.2020 • 21:46 Uhr

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