Die "Ocean Viking" nähert sich einem italienischen Hafen (Archivbild vom 30.10.2019) | Bildquelle: FRANCESCO RUTA/EPA-EFE/REX

Italien "Ocean Viking" legt in Messina an

Stand: 24.11.2019 17:23 Uhr

Mehr als 200 Menschen hat die "Ocean Viking" in dieser Woche an Bord genommen - nun durfte das Rettungsschiff im Hafen von Messin a festmachen. Vor Lampedusa wurden nach einem Bootsunglück sieben Leichen geborgen.

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" mit 213 Geretteten an Bord hat im Hafen der italienischen Stadt Messina festgemacht. Messina sei ihnen als sicherer Hafen zugewiesen worden, teilte die Hilfsorganisation SOS Méditerranée mit, die das Schiff gemeinsam mit "Ärzte ohne Grenzen" betreibt. Die Wetterbedingungen verschlechterten sich, hieß es weiter.

Bei drei Rettungen vor der libyschen Küste hatte das Schiff zwischen Dienstag und Donnerstag insgesamt 215 Menschen an Bord genommen. Eine mit Zwillingen schwangere Frau und ein Mann mit Schussverletzungen wurden bereits mit einem Hubschrauber abgeholt. Unter den auf dem Schiff verbliebenen Flüchtlingen befinden sich drei weitere Schwangere und sechs Kinder unter fünf Jahren.

Italien, Deutschland, Frankreich und Malta beantragten nach Angaben des italienischen Innenministeriums bei der EU-Kommission, den vorläufig vereinbarten Verteilungsmechanismus für Bootsflüchtlinge. "Das ist das erste Mal, dass das passiert ist", erklärte das italienische Außenministerium. Die vier EU-Länder hatten im September eine Vorvereinbarung über die Verteilung von auf dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen unterzeichnet, nachdem darüber immer wieder gestritten worden war.

Suchaktion vor Lampedusa

Vor der italienischen Insel Lampedusa geht unterdessen nach einem Bootsunglück die Suche nach Vermissten weiter. Dort war am Samstag ein überladendes, zehn Meter langes Boot knapp zwei Kilometer vor der Küste gekentert. Wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete, wurden inzwischen sieben Leichen geborgen. Die italienische Küstenwache hatte zuvor 149 Menschen gerettet. Überlebende des Unglücks hatten am Samstagabend die Zahl der Vermissten mit rund 20 angegeben. Es soll sich bei ihnen um Algerier, Tunesier und Pakistani handeln.

Derzeit ist auch das spanische Rettungsschiff "Open Arms" im Mittelmeer unterwegs. Es hatte am Donnerstag 73 Migranten an Bord genommen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. November 2019 um 11:00 Uhr.

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