Mit Hilfe von Barrieren und großen Saugern will ein Projekt Plastikmüll aus dem Meer fischen. | dpa

"Ocean Cleanup"-Projekt Probleme bei den Plastikfischern

Stand: 14.12.2018 07:14 Uhr

Mit gigantischen Schläuchen sammelt ein Team auf dem Meer vor der kalifornischen Küste Plastikmüll ein. Doch offenbar funktioniert der Fangarm nicht wie erhofft.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Der 24-jährige Initiator Boyan Slat gibt sich nach wie vor optimistisch. Wir stehen kurz vor dem Durchbruch, erzählt er in einem Video seines Projekts Ende November. Das System sei nun 2000 Kilometer vor der kalifornischen Küste im Meer angekommen. Viele Probleme seien bisher gelöst worden, nun werde man auch das aktuelle Problem in den Griff bekommen.

Marcus Schuler ARD-Studio Los Angeles
Der Niederländer Boyan Slat ist der Initiator des "Ocean Cleanups"  | AFP

Der Niederländer Boyan Slat ist der Initiator des "Ocean Cleanups" Bild: AFP

In demselben Video räumt der technische Leiter des Projekts aber ein, dass es Schwierigkeiten gäbe. Der Plastikmüll entweiche an der ein oder anderen Stelle aus dem 600 Meter langen Fangarm, sagt Arjen Tjaellema: "Im Grunde arbeitet die Anlage so, wie wir das wollen. Das Plastik treibt in das System, wir beobachten jedoch auch, dass es wieder rausdriftet. Unser Team untersucht zur Zeit, weshalb das passiert und warum. Das geschieht nämlich nicht immer." 

Initiator Bojan Slat schrieb in einem Blog-Eintrag kürzlich, dass der Fehler mehrere Ursachen haben könne: zu starker Wind oder der Fangarm sorge selbst für so starke Wellen, dass er das Plastik immer wieder von sich weg treibe.

An dem 600 Meter langen Fangarm hängt ein drei Meter tiefer Vorhang. Die Idee ist, dass sich der Fangarm halbkreisförmig um den Plastikmüll legen soll, der an dieser Stelle des Pazifiks besonders häufig im Meer treibt. Weil das Einsammeln des Mülls noch nicht richtig funktioniert, will man jetzt die Konfiguration des Systems verändern. Der Fangarm soll in die Breite gehen. Technik-Chef Tjaellma: "Zur Zeit versuchen wir, die Spannweite des Systems auszudehnen. Damit wird es stärker vom Wind angetrieben und schiebt die Röhre zügiger durch das Wasser.

Fangarm fischt nur an der Oberfläche

Anfang September war der Fangarm von San Francisco aus in den Pazifik gezogen worden. Ziel ist es, zu beweisen, dass das System tatsächlich Plastikmüll einsammeln kann. Kritiker meinen jedoch, die Anlage sammle nur den Müll ein, der an der Meeresoberfläche schwimme. Alles, was tiefer als drei Meter im Meer treibe, werde nicht eingefangen. Auch Plastikteile, die kleiner als ein Zentimeter seien, könne die Anlage nicht einsammeln .

Über dieses Thema berichtete SWR2 am 12. Dezember 2018 um 16:05 Uhr.

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Moderation 14.12.2018 • 14:34 Uhr

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