US-Präsident Trump und sein neuer nationaler Sicherheitsberater Robert O"Brien (v.r.). | Bildquelle: AP

Trumps neuer Sicherheitsberater Wofür steht Robert O'Brien?

Stand: 19.09.2019 05:41 Uhr

Robert O'Brien wird US-Präsident Trumps neuer nationaler Sicherheitsberater. Wie sein Vorgänger Bolton ist auch er ein außenpolitischer Hardliner. Doch auch mit Diplomatie kennt er sich aus.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Bei Robert O’Brien hat Donald Trump anscheinend vergeben können. Sein neuer nationaler Sicherheitsberater hatte nämlich im Präsidentschaftswahlkampf für einen innerparteilichen Gegner gearbeitet. Als Spezialisten des Weißen Hauses für alle Fälle von Geiselnahmen habe er ihn wirklich schätzen gelernt, so Trump:

"Er war hervorragend bei Verhandlungen, um Geiseln zu befreien. Wir waren da sehr erfolgreich. Er hat viele Leute nach Hause gebracht."

Es waren komplizierte und sensible Aufgaben, die O’Brien da übernommen hatte. Den Kontakt mit den Familien von Entführten zu halten, dabei immer auf der schmalen Linie zwischen Freiheit für die Betroffenen und den Interessen des Staates zu navigieren.

Trip nach Schweden

Überraschenderweise hatte ihn Präsident Trump im Sommer nach Schweden gesandt, wo der amerikanische Rapper A$AP nach einer Schlägerei vor Gericht stand. Jetzt, gleich am ersten Tag im neuen Amt wird er gefragt, was er dem Präsidenten in Sachen Saudi-Arabien und Iran rät.

"Wenn ich ihm einen Rat gebe, dann vertraulich. Aber wir beobachten die Situation sehr genau."

O’Brien ist von Hause aus Jurist, mit einer Karriere im Staatsdienst. Präsident George W. Bush machte ihn zum Gesandten bei den Vereinten Nationen - und ließ ihn dann anschließend in Afghanistan eine Justizreform vorbereiten. Barack Obama war damit so zufrieden, dass er O’Brien gleich mit der Umsetzung beauftragte. Richter, Staatsanwälte und Verteidiger wurden unter seiner Leitung ausgebildet.

Entscheidender Faktor in der US-Außenpolitik

Jetzt also rückt O’Brien ins Zentrum der Macht auf. Als nationaler Sicherheitsberater führt er genau das Team, das ein entscheidendes Element der Außenpolitik bestimmt.

"Wir haben eine ganze Reihe von Herausforderungen. Aber wir haben auch ein großartiges Team. Mit den Ministern Pompeo, Esper und Mnuchin. Ich freue mich darauf, mit ihnen zu arbeiten."

Aber wofür steht Robert O’Brien? Ein Hardliner wie John Bolton, der jetzt gehen musste? Oder doch jemand, der die Diplomatie stärker schätzt und nutzt? Seine Erfahrung und sein Erfolg als Verhandlungsführer deuten auf Letzteres. Und doch heißt seine Devise:

"Eineinhalb Jahre, in denen die erfolgreiche Außenpolitik von Donald Trump unter dem Motto 'Frieden durch Stärke' fortgesetzt werden."

Das ist genau der Ansatz, den er vor drei Jahren in einem Buch beschrieben hat. "Während Amerika schlief: Wie man amerikanische Führung in der krisengeschüttelten Welt wieder herstellt". Und in dem Buch geht er mit Obamas Außenpolitik hart ins Gericht. Das allein dürfte ihn Trump sympathisch gemacht haben.

Wer ist der neue US-Sicherheitsberater? Robert O‘Brien im Porträt
Arthur Landwehr, ARD Washington
19.09.2019 06:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. September 2019 um 05:11 Uhr.

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