Barack Obama lächelt bei einer Rede. | Bildquelle: REUTERS

Obama über Trump Nicht die Ursache, nur ein Symptom

Stand: 08.09.2018 04:41 Uhr

Zwei Monate vor den Kongresswahlen hat sich der frühere US-Präsident Barack Obama in den Wahlkampf eingeschaltet und scharfe Kritik an seinem Nachfolger Donald Trump geäußert.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Jetzt mischt er sich doch ein: Ex-US-Präsident Barack Obama nutzte eine Veranstaltung in Urbana-Champaign im US-Bundesstaat Illinois, um mit der Politik Donald Trumps abzurechnen und gleichzeitig Wahlkampf für die Demokraten zu machen. Wahlkampf, um bei den Kongresswahlen im November Mehrheiten zu gewinnen.

Sein zentraler Vorwurf ging zunächst an diejenigen, die um ihrer eigenen Macht Willen Veränderung verhindern. Diejenigen, die sich dagegen stemmen, dass Menschen gleiche Rechte, gleiche Chancen und eine soziale Absicherung haben: "Immer, wenn wir unseren Idealen näher gekommen sind, schiebt das jemand wieder zurück. Meistens ist das von den Mächtigen inszeniert, die uns gespalten, ärgerlich und zynisch halten wollen, weil es ihnen hilft sich abzusichern."

 Zwietracht und Ärger säen

Die Republikanische Partei, die Partei eines Abraham Lincoln, lasse sich jetzt dazu missbrauchen, Zwietracht und Ärger zu säen - die Menschen zu trennen, statt eine amerikanische Gesellschaft mit gemeinsamen Werten und Zielen zu stützen, so der ehemalige Präsident: "Leider hat über die vergangenen Jahrzehnte die Politik von Spaltung, Missgunst und Angst eine Heimat in der Republikanischen Partei gefunden. Sie schwächt unsere Allianzen, lehnen sich an Russland an. Was ist nur mit ihr passiert?"

US-Präsident Trump bei einer Rede | Bildquelle: AP
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Für Obama ist er nur "ein Symptom" der Krise: US-Präsident Trump.

Das führt ihn zu US-Präsident Trump, der, so Obama, die Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft für seine Zwecke missbrauche: "Es hat nicht mit Donald Trump begonnen, er ist nicht die Ursache, er ist nur ein Symptom. Aber er benutzt, was Politiker seit Jahren betrieben haben, Angst und Ärger zu schüren."

 Demokratie zurückerobern

Es komme jetzt nicht nur darauf an, neue Mehrheiten zu gewinnen, sondern die Demokratie zurück zu erobern, sie wieder stark zu machen. Da er vor Studierenden sprach, nahm er die junge Generation dafür in die Pflicht. Sie müssten mit ihren Stimmen die Veränderung bewirken.

Obama ging auch auf die aktuelle Situation im Weißen Haus ein und nutzte das für sein Plädoyer, Anstand, Ehrlichkeit und Rechtmäßigkeit zur Basis von Demokratie zu machen: "Man kann nicht sagen, alles kommt in Ordnung, weil gelegentlich Leute im Weißen Haus den Anordnungen nicht folgen. Das ist nicht, wie Demokratie funktionieren sollte."

Obama hält nun mehrere Wahlkampfreden für Kandidatinnen und Kandidaten der Demokraten. Zumindest im Repräsentantenhaus wollen sie die Mehrheit erobern, und da muss nun auch der ehemalige Präsident ran.

Obama schaltet sich in den Wahlkampf ein
Arthur Landwehr, ARD Washington
08.09.2018 07:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. September 2018 um 06:03 Uhr.

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