Obama bei seiner Rede vor Studenten in Urbana-Champaign | Bildquelle: AP

Ex-Präsident macht Wahlkampf Obama will Trump abstrafen

Stand: 07.09.2018 21:28 Uhr

Üblicherweise halten sich ehemalige US-Präsidenten bei der Kommentierung der Tagespolitik zurück. In Bezug auf seinen Nachfolger Trump machte Obama jetzt eine Ausnahme und übte deutliche Kritik.

Zwei Monate vor den Kongresswahlen hat der frühere US-Präsident Barack Obama Amerikaner über Parteigrenzen hinweg dazu aufgefordert, die Regierung seines Nachfolgers Donald Trump bei den Zwischenwahlen abzustrafen.

In einer Rede vor Studenten in Urbana-Champaign im US-Bundesstaat Illinois übte er scharfe Kritik an der Trump-Regierung. Obama sagte, auch wer mit ihm politisch nicht übereinstimme, "sollte dennoch besorgt sein über unseren derzeitigen Kurs und sollte dennoch die Wiederherstellung von Ehrlichkeit, Anstand und Rechtmäßigkeit in unserer Regierung sehen wollen".

Trump "nicht Ursache, sondern Symptom"

Trump sei nicht für die Ursache der Spaltung und Polarisierung in den USA, sondern ein Symptom davon, sagte Obama. Sein Nachfolger schlage lediglich aus dem Groll Kapital, für den Politiker seit Jahren gesorgt hätten, sagte Obama während einer Rede an der Universität, wo ihm eine Auszeichnung für ethisches Handeln im Amt verliehen wurde.

Obama bei seiner Rede vor Studenten in Urbana-Champaign | Bildquelle: AFP
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"Retweeten genügt nicht" - Obama bei seiner Rede vor Studenten in Urbana-Champaign

Bei den Wahlen im November werden das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest für die Regierung des Republikaners Trump. Der Präsident befürchtet, die Republikaner könnten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus an die Demokraten verlieren.

Wählen gehen statt nur twittern

Obama rief seine Zuhörer dazu auf, ihre Stimme abzugeben. Mit Blick auf die bisher zweijährige Amtszeit Trumps sagte er: "Wenn Ihr denkt, dass Wahlen keine Rolle spielen, dann hoffe ich, dass die vergangenen zwei Jahre diesen Eindruck korrigiert haben." Obama fügte hinzu: "Ihr müsst mehr machen, als einen Hashtag zu retweeten. Ihr müsst wählen." 

Häme von Trump

Trump in Fargo | Bildquelle: AP
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Trump erklärte, er sei bei "Obamas Rede eingeschlafen".

Es ist ungewöhnlich, dass ein ehemaliger US-Präsident die Politik seines Nachfolgers kommentiert. Daran hält sich auch Obama weitgehend. Trump greift allerdings seinen Vorgänger regelmäßig an. Er spottete bei einem Auftritt in Fargo im US-Bundesstaat North Dakota über Obamas Rede: "Ich bin eingeschlafen", sagte Trump.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. September 2018 um 21:00 Uhr.

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