Der frühere US-Präsident Barack Obama. | Bildquelle: AFP

Vor Deutschland-Besuch Was macht eigentlich Barack Obama?

Stand: 04.04.2019 02:44 Uhr

Viele Deutsche sehnen sich nach Barack Obama zurück. Um den früheren US-Präsidenten ist es ziemlich ruhig geworden. Doch heute kommt er für zwei Veranstaltungen nach Köln und Berlin.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

In den ersten beiden Jahren nach seinem Abschied aus dem Weißen Haus meldete sich Barack Obama nur selten zu Wort. Ab und an twitterte er, aber eher zu allgemeinen Themen oder Bücher-Tipps. Während Donald Trump mit der Abrissbirne an sein politisches Erbe ging, hielt sich Obama lange Zeit schweigend an das ungeschriebene Gesetz für Ex-Präsidenten: keine Kommentare zur aktuellen Politik. Den Namen seines Amtsnachfolgers nahm Obama erst kurz vor den Kongresswahlen in den Mund, als er vor neuem Rassismus warnte:

"Es hat nicht mit Donald Trump angefangen. Er ist ein Symptom, nicht die Ursache. Er profitiert von Ressentiments, die andere Politiker seit Jahren verbreiten."

In den Wochen vor der Wahl engagierte sich Obama auf öffentlichen Veranstaltungen für demokratische Kandidaten. Dabei kritisierte er, dass die Trump-Regierung bewusst Tatsachen leugnet und Fakten verdreht: "Wir haben das in der jüngeren Vergangenheit nicht erlebt: Politiker, die ungeniert und schamlos lügen."

Obamas Memoiren erscheinen im Herbst

Doch solch öffentliche Äußerungen sind die Ausnahme. Ansonsten verbringt Obama viel Zeit an seinem Schreibtisch im Washingtoner Villenviertel Kalorama, wo die Obamas zumindest noch so lange wohnen, bis ihre jüngere Tochter Sasha die Highschool beendet hat. Im Herbst sollen Obamas mit Spannung erwartete Memoiren erscheinen. Der Ex-Präsident muss sich anstrengen, denn von Michelle Obamas Bestseller "Becoming" wurden weltweit mehr als zehn Millionen Exemplare verkauft. Dennoch empfiehlt Obama das Buch seiner Frau, weil es so authentisch sei.

Finanziell haben beide Obamas längst ausgesorgt. Mehr als 60 Millionen Dollar hat das Ehepaar für die beiden Memoiren bekommen. Schon mit seinen früheren Büchern hat Obama mehr als acht Millionen Dollar verdient. Ein Großteil der Bucheinnahmen wie auch der Honorare für öffentliche Auftritte fließt in die Obama-Stiftung. Deren Ziel ist es, junge Menschen in den USA und weltweit zu bürgerschaftlichem Engagement zu motivieren und zur Übernahme politischer Verantwortung. Auch Obamas Präsidenten-Bibliothek in Chicago und Jugendliche aus benachteiligten Gegenden profitieren von den Millionen-Einnahmen der Obamas.

Obamas immer noch sehr beliebt

Obwohl sich beide in der Öffentlichkeit rar machen und in Washington selten gesichtet werden, sind sie immer noch sehr beliebt. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage, welcher US-Präsident der vergangenen Jahrzehnte der beste war, lag Obama sogar an der Spitze - knapp vor Reagan. In Zeiten von Trump geht es offensichtlich vielen Amerikanern wie dem demokratischen Senator Cory Booker, der kürzlich beklagte: "Ich vermisse Obama. Und ihren Ehemann vermisse ich auch."

Vor Deutschland-Besuch - was macht eigentlich Obama
Martin Ganslmeier, ARD Washington
03.04.2019 23:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. April 2019 um 05:44 Uhr.

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