Gedenkort "The Glade" in New York | Bildquelle: AFP

"The Glade" in New York Mahnmal für die Helden von 9/11

Stand: 01.06.2019 09:22 Uhr

Es ist ein Ort des Gedenkens für die Helfer am Ground Zero: "The Glade" erinnert an Polizisten und Feuerwehrleute, die vor 18 Jahren in den Trümmern ihr Leben riskierten - und teils auch verloren.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

"America the beautiful": Es ist der Chor der Stuyvesant Highschool, der singt, Schüler und Lehrer jener Schule, die nahe des World Trade Centers den 11. September 2001 erlebten. Krank wurden auch einige von ihnen - wie so viele Helfer von damals. So wie Raymond Pfeifer, ein New Yorker Feuerwehrmann, der Tote barg, Leichen ausgrub und monatelang Trümmer beiseite räumte.

"Alle zwölf seiner Kollegen starben damals direkt am 11. September. Raymond überlebte den Tag und räumte, bis nach knapp neun Monaten - Ende Mai 2002 - Ground Zero geräumt war", sagt seine Witwe. Sie steht am neuen Denkmal für die Opfer unter den Helfern, die krank wurden - Knochenkrebs, Hautkrebs, Lungenkrebs, Nervenkrankheiten bekamen: 

"Raymond Pfeifer grub und suchte ohne nachzufragen, ohne, dass ihm jemand sagte, es sei gefährlich. Er hat damals nie über die Konsequenzen nachgedacht",

sagt seine Witwe. 2017 starb Pfeifer an Krebs.

Mahnmal "The Glade" in New York | Bildquelle: AP
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Das steinerne Mahnmal befindet sich am Ground Zero, dort, wo 2001 die Türme des World Trade Centers einstürzten.

Hunderte Helfer starben

Er ist einer von mittlerweile 178 Feuerwehrleuten, die an den Folgen von Asbest, giftigem Staub und gefährlichen Dämpfe starben. Auch Dutzende Polizisten starben, Hunderte andere freiwillige Helfer ebenfalls.

18 Jahre nach dem Tag, als Ground Zero von den Trümmern befreit war, gibt es jetzt ein neues Mahnmal: "The Glade" - die Schneise. Es ist ein Weg, über den damals die Opfer und Überreste getragen wurden, flankiert von sechs riesigen Steinplatten, die aus der Erde herausragen, zusammengehalten von Stahl aus dem damals versunkenen World Trade Center. 18 Tonnen wiegen die Skulpturen. Die Arbeit der Helfer aber, sie wiegt schwerer, erinnert der damalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg bei der Eröffnung der Gedenkstätte:

"Sie zeigten der Welt, was möglich ist, wenn die Menschen zusammenhalten. Und wie die Helden von 9/11 gaben sie der Welt Hoffnung und Licht und ließen New York wieder auferstehen."

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Die Anschläge vom 11. September 2001

Eine Chronologie des 11. September in Bildern

Anschläge New York

Ein Tag, der die Welt veränderte: Um 14.57 Uhr (mitteleuropäische Zeit) geht am 11. September 2001 eine erste Eilmeldung ein: "Flugzeug auf World Trade Center gestürzt", berichtet der deutsche Dienst der Nachrichtenagentur Associated Press - elf Minuten nach dem Einschlag.

Die späten Opfer der Katastrophe

Tausende Helfer haben mittlerweile einen Antrag auf Entschädigung und Hilfsgelder gestellt, immer neue Patienten, die damals auf dem Trümmerfeld arbeiteten, den Schutt beseitigten, melden sich mit Atemwegserkrankungen, Krebs oder Nervenleiden. Es sind die späten Opfer einer Katastrophe, die häufig vergessen werden. Sie seien ebenfalls wahre Helden, sagt Bloomberg.

Erst im vergangenen Jahr war der Feuerwehrchef New Yorks, Ronald Spadafora, an Blutkrebs gestorben. Er leitete damals die Bergungsarbeiten am Ground Zero, jenem Ort, der später als vermutlich gefährlichster Arbeitsplatz Amerikas galt und ab jetzt mit der neuen Gedenkstätte auch Teil der Geschichte des 11. Septembers geworden ist.

Auch sie waren Helden - Neue Gedenkstätte für 9/11-Helfer
Georg Schwarte, ARD New York
01.06.2019 09:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Mai 2019 um 22:51 Uhr.

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