Polizeieinsatz in Amesbury | Bildquelle: REUTERS

Südengland Mit Nowitschok vergiftete Frau gestorben

Stand: 09.07.2018 00:18 Uhr

Die vergangene Woche mit einer Nowitschok-Vergiftung ins Krankenhaus eingelieferte Britin ist gestorben. Das teilte Scotland Yard mit. Die Behörden ermitteln nun wegen Mordes.

Die im südenglischen Amesbury mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok in Berührung gekommene Frau ist tot. Die 44-Jährige sei in einem Krankenhaus in Salisbury gestorben, teilte die Polizei mit. Ihr 45-jähriger Partner, der dem Gift am 30. Juni ebenfalls ausgesetzt war, befinde sich weiter im kritischen Zustand.

Soldaten in Schutzanzügen, die an den Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagenten Skripal und dessen Tochter mitarbeiten. | Bildquelle: dpa
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Soldaten in Schutzanzügen arbeiteten an den Ermittlungen zur Nowitschok-Vergiftung des Ex-Doppelagenten Skripal und dessen Tochter mit.

Wegen des Todes der Frau seien nun Mordermittlungen aufgenommen worden, erklärte die Polizei. Die britische Premierministerin Theresa May zeigte sich betroffen. "Ich bin entsetzt und geschockt", sagte sie.

Die Ermittler halten es für denkbar, dass das Paar aus Amesbury ein Fläschchen oder eine Injektionsspritze mit Resten des Gifts gefunden haben, das beim Attentat auf den russischen Ex-Doppelagenten Skripal und seine Tochter verwendet wurde.

Diplomatische Krise zwischen London und Moskau

Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren vor vier Monaten bewusstlos auf einer Parkbank im benachbarten Salisbury entdeckt worden. Sie entkamen nur knapp dem Tod und leben inzwischen an einem geheimen Ort.

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des Anschlags gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit aber auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml streitet die Vorwürfe vehement ab. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Juli 2018 um 02:20 Uhr.

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