Eine Paar spaziert im November 2020 bei Sonnenschein im Maschpark von Hannover | dpa

EU-Programm Copernicus Wärmerekord im November

Stand: 07.12.2020 14:28 Uhr

Seit Beginn der Wetterdatenaufzeichnungen hat es keinen wärmeren November als den vergangenen Monat gegeben. Das meldet das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus. Es mahnte die Regierungen eindringlich zu mehr Klimaschutz.

Vergangenen Monat ist ein weiterer weltweiter Hitzerekord verzeichnet worden: Es sei der heißeste November seit Beginn der Wetterdatenaufzeichnungen gewesen, teilte das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus mit. Der Monat sei 0,8 Grad wärmer gewesen als das 30-Jahres-Mittel von 1981 bis 2010.

Der Novemberrekord lag zudem 0,1 Grad über dem letzten Spitzenwert im Jahr 2016. Für die Herbstmonate von September bis November lagen die Temperaturen in Europa 1,9 Grad über dem Vergleichszeitraum.

Der Klimawandeldienst der EU erstellt monatlich Berichte über die Lufttemperatur, das Meereis und den Wasserkreislauf. Dabei wird auf Daten von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen rund um den Globus zurückgegriffen.

Bedeutend höhere Temperaturen als im Durchschnitt

Am stärksten waren Copernicus zufolge die Temperaturabweichungen über Nordeuropa, Sibirien und dem nördlichen Polarmeer. Auch über Teilen der USA, Südamerikas, Südafrikas, über dem Tibetanischen Plateau, der östlichen Antarktis seien bedeutend höhere Temperaturen als im Durchschnitt gemessen worden, hieß es. Obwohl der Sommer auf der Südhalbkugel gerade erst beginnt, verzeichnete Australien im Süden bereits eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 48 Grad.

Die Temperaturen in der Arktis und im nördlichen Sibirien blieben weiter konstant hoch, was die Meereisdecke auf ihr zweitniedrigstes Niveau senke, erklärte der Leiter des Copernicus-Dienstes zur Erforschung des Klimawandels, Carlo Buontempo. "Dieser Trend ist sehr besorgniserregend und zeigt, wie wichtig es ist, gerade Regionen wie die Arktis genau zu beobachten. Sie erwärmt sich nämlich schneller als der Rest der Welt."

"Aufzeichnungen als Alarmglocken betrachten"

Buontempo mahnte, dass "alle politischen Entscheidungsträger diese Aufzeichnungen als Alarmglocken betrachten sollten". Sie sollten ernster denn je darüber nachdenken, wie die im Pariser Abkommen von 2015 festgelegten internationalen Verpflichtungen am besten eingehalten werden könnten.

Das Pariser Klimaabkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Bald gleichauf mit Rekordjahr 2016

Am Mittwoch hatte bereits die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in ihrem vorläufigen Jahresbericht dargelegt, dass 2020 auf dem Weg sei, zu einem der drei heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850 werden. Copernicus erklärte nun, mit den neuen Daten vom November reiche die Durchschnittstemperatur von 2020 noch näher an die des bisherigen Hitze-Rekordjahres 2016 heran.

Über dieses Thema berichteten am 07. Dezember 2020 Inforadio um 09:23 Uhr und NDR Info um 10:49 Uhr in den Nachrichten.