Brandschäden in der Pariser Kathedrale Notre-Dame | Bildquelle: AP

Nach Feuer in Paris Dauerbaustelle Notre-Dame?

Stand: 17.04.2019 07:15 Uhr

Nach dem Brand von Notre-Dame versprach Präsident Macron, die Kathedrale in Paris schnell wieder aufzubauen. Experten sind skeptisch, ob das funktioniert. Notre-Dame entging offenbar nur knapp der völligen Zerstörung.

Der Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat weltweit für Entsetzen gesorgt, nun wird über den Wiederaufbau diskutiert. So will Frankreichs Regierung heute darüber beraten, wie es nach nach der Brandkatastrophe weitergehen soll.

Bereits gestern hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in einer TV-Ansprache versprochen, das weltberühmte Bauwerk innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder aufzubauen - noch schöner als zuvor. "Wir sind das Volk von Baumeistern", sagte Macron.

Baupläne nicht mehr verfügbar

Den Optimismus des französischen Präsidenten teilen Experten nur bedingt. So sieht der Kunsthistoriker Stephan Albrecht von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg einen Wiederaufbau skeptisch. Der Dachstuhl gehe auf eine Holzkonstruktion aus dem 13. Jahrhundert zurück, deren Baupläne nicht mehr verfügbar seien. "Es gibt nur vage Zeichnungen, wie das ausgesehen hat", sagte Albrecht der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Er könne sich daher nicht vorstellen, dass der Dachstuhl wieder aus Holz aufgebaut wird. Der Wissenschaftler erwartet Notre-Dame als "Dauerbaustelle".

Michael Grytz, ARD Brüssel, zzt. in Paris, zu den Schäden an Notre-Dame
morgenmagazin, 17.04.2019

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Fachkräftemangel ein großes Hindernis

Ein großes Hindernis beim Wiederaufbau dürfte der Fachkräftemangel sein. "Ein Riesenproblem ist dabei, dass die handwerklichen Fähigkeiten dünn gesät sind, um die vielen Kräfte mobilisieren zu können, die einen raschen Wiederaufbau ermöglichen", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Europäischen Dombaumeister, Wolfgang Zehetner, dem österreichischen Magazin "trend".

Von den 20 Fachkräften, die permanent mit der Restauration des Stephansdoms in Wien betraut seien, könnten zwei Leute abgestellt werden. Auch Köln und Freiburg wollten Hilfe schicken, sagte Zehetner. "Aber ich gehe davon aus, dass es gut drei Jahre dauern wird, bis die großen Schäden beseitigt sind."

Markus Castor vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris sagte, dass der Großteil der Schäden wohl durch Löschwasser verursacht worden ist. Auf die Frage, ob der Brand den schlimmsten Schaden in der Geschichte der weltbekannten Kathedrale verursachte, antwortete Castor: "Absolut."

Nach Angaben des französischen Innenstaatssekretärs Laurent Nuñez entdeckten Fachleute "einige Schwachstellen". Diese betreffen vor allem das Gewölbe, wie Nuñez sagte. "Im Ganzen hält die Struktur gut", fügte er hinzu.

"Es kam auf 15 Minuten an"

Laut Nuñez entging Notre-Dame nur knapp einer völligen Zerstörung. Die Feuerwehr hätte das Gebäude gerettet, "aber wir wissen jetzt, dass alles auf 15 ankam", schrieb er auf Twitter.

Glockenläuten um Punkt 18.50 Uhr

Als Zeichen der Solidarität sollen heute die Glocken vieler französischer Kirchen um Punkt 18.50 Uhr läuten. Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris sei ein Schock, der Katholiken weltweit betrifft, erklärte die französische Bischofskonferenz.

Bei einem heftigen Feuer am Montagabend war die Kathedrale im Herzen von Paris schwer beschädigt worden. Eine internationale Geberkonferenz soll Geld für den Wiederaufbau sammeln. Einen entsprechenden Vorschlag machte die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo. Auch private Großspender stehen schon bereit und haben Hunderte Millionen Euro versprochen.

Das Feuer war auf dem Dachboden von Notre-Dame ausgebrochen und nach einem Alarm um 18.43 Uhr am Montag entdeckt worden. Nach einem ersten Alarm um 18.20 Uhr war zunächst kein Brandherd gefunden worden.

Erst am Dienstagvormittag verkündete Feuerwehrsprecher Gabriel Plus: "Das ganze Feuer ist aus." Die Ursache des Brandes in noch unklar. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. April 2019 um 21:00 Uhr.

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