Die Kathedrale Notre-Dame steht in Flammen. | Bildquelle: REUTERS

Nach Feuer in Notre-Dame "Normaler Brandschutz kaum möglich"

Stand: 16.04.2019 17:24 Uhr

Das Feuer in Notre-Dame hinterlässt immense Schäden, und viele Fragen. Die Architektin Schock-Werner erläutert, warum der Brandschutz in der Kathedrale schwierig ist und von was der Wiederaufbau abhängen könnte.

Nachdem die letzten Glutnester in Notre-Dame gelöscht sind, wird der Frage nachgegangen, wie es zu dem Brand in dem Wahrzeichen von Paris kommen konnte. Die Ermittlungen werden voraussichtlich noch dauern.

Zudem steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Flammen so schnell in der Kathedrale ausbreiten konnten.

Jahrhundertealtes Holz bot Flammen Nahrung

Der Grund liegt in der Architektur des Gebäudes, führt Barbara Schock-Werner aus, selbst Kunsthistorikerin und Dombaumeisterin, im Interview mit tagesschau24:

"Notre-Dame hat einen gewaltigen hölzernen Dachstuhl und auch der Vierungsturm auf dem Dach war eine reine Holzkonstruktion. Die Hälfte des Dachstuhls stammte noch aus dem 13. Jahrhundert, die andere Hälfte aus dem 19. Jahrhundert. Das heißt, das Holz war sehr alt und sehr trocken, und nur dadurch gab es ein solches Flammeninferno - anders kann man das ja gar nicht nennen."

Das Feuer habe sich zuerst in Richtung des Chors ausgebreitet und wohl erst dann in Richtung Westen. Nur so hätte der Fassadenbau mit den beiden Haupttürmen gerettet werden können.

Barbara Schock-Werner, Architektin und Kunsthistorikerin, über die Auswirkungen des Feuers auf das Bauwerk
tagesschau24 15:00 Uhr, 16.04.2019

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Brandmelder würden durch Weihrauch ständig ausgelöst

Eine weitere Frage, die nach dem Brand im Raum steht, ist die des Brandschutzes und ob dieser in Notre-Dame genügend gewahrt wurde. Doch für einen solchen riesigen hölzernen Dachstuhl sei es schwierig, einen Brandschutz zu entwickeln, sagte Schock-Werner weiter.

Man müsste jedes einzelne Holz mit einer feuerfesten Schutzschicht ummanteln, was zum Einen schwer möglich und zum Anderen auch aus Sicht des Denkmalschutzes schwierig sei, so die Architektin.

"Und normale Maßnahmen wie Feuermelder oder Berieselungsanlagen gehen einfach nicht, weil die Brandmelder gerade in einer katholischen Kirche durch den Weihrauch ständig ausgelöst würden."

Auch Berieselungsanlagen würden sehr leicht ausgelöst und dann wäre der Wasserschaden viel größer als ein eventueller Schaden durch Rauch.

Doch nicht allen Kirchen droht das Risiko eines hölzernen Dachstuhls als Nährboden im Falle eines Brandes. Der Kölner Dom etwa oder der Stephansdom in Wien besitzen eiserne Dachstühle.

Bedeutend in Geschichte der gotischen Architektur

Die genauen Schäden, die das Feuer in Notre-Dame angerichtet hat, müssen erst noch untersucht werden. Fest steht jedoch schon jetzt, dass der Verlust - architektonisch wie geschichtlich - teils immens ist. Für die Entwicklung der gotischen Architektur sei die Kathedrale ein "immens wichtiger Bau", betont Schock-Werner:

"Viele gotische Elemente wurden hier entwickelt, besonders bedeutend sind die beiden Querhausfassaden mit den großen Fensterrosen. Diese haben noch mittelalterliches Glas enthalten, doch sie sind sicher bei dem Feuer zerstört worden."

Das Innere von Notre-Dame
16.04.2019

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Wie gut wurden Bauwerke und -weise dokumentiert?

Sie sei sich sicher, dass sich der Dachstuhl rekonstruieren lasse, führte Schock-Werner aus - ob nun wieder aus Holz oder aus einem moderneren Material. Auch der Vierungsturm könne rekonstruiert werden, da die Originalzeichnungen des Architekten Viollet-le-Duc vorlägen.

Auch die teils eingefallenen Gewölbe könnten maßgetreu wieder aufgemauert werden, ist die Denkmalpflegerin überzeugt. Schwieriger werde es etwa mit dem Strebewerk oder Maßwerkfenstern, weil man nicht wisse, wie gut diese Bauteile dokumentiert seien.

Ebenso schwierig ist die Rekonstruktion der beschädigten oder zerstörten Ausstattung in der Kathedrale. "Der barocke Hochaltar ist ja ganz offenbar völlig zerstört worden", nennt Schock-Werner als Beispiel. Auch hier hänge es davon ab, wie genau der Altar dokumentiert und fotografiert worden sei. Auch die Fenster ließen sich wiederherstellen, nur eben nicht mit dem Originalmaterial. Als drittes Beispiel führt Schock-Werner eine Madonnenfigur von 1330 an, die wohl direkt auf Höhe des Brandherdes stand und somit wohl auch große Schäden davongetragen haben könnte.

Schock-Werner: Wiederaufbau dauert mindestens ein Jahrzehnt

Für den Aufbau muss wohl zunächst ein Notdach über der Kirche errichtet werden, auch um die durch die Löscharbeiten entstandenen Wasserschäden nicht noch durch zusätzliche Nässe zu vergrößern. Unter dem Notdach müsse dann die Tragweite der Schäden untersucht werden, etwa welche Steine durch das Feuer "ausgeglüht" seien und somit ihre Tragfähigkeit eingebüßt hätten.

Eine konkrete Zeitspanne, wie lange der Wiederaufbau von Notre-Dame dauern werde, könne man noch gar nicht abschätzen, so Schock-Werner: "Doch vor zehn Jahren braucht man keine Hoffnung zu haben".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. April 2019 um 15:00 Uhr.

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