Notre Dame Vogelperspektive | Bildquelle: AP

Frankreichs Kulturminister Notre-Dame "so gut wie gerettet"

Stand: 21.04.2019 03:49 Uhr

Alle Glutnester sind gelöscht, auch der letzte Feuerwehrmann konnte endlich nach Hause gehen: Nach Angaben des französischen Kulturministers sind so gut wie alle Schwachstellen in Notre-Dame stabilisiert.

Fünf Tage nach dem verheerenden Großbrand ist die Pariser Kathedrale Notre-Dame nach Angaben von Kulturminister Franck Riester "so gut wie gerettet". Fast alle Schwachstellen seien stabilisiert worden, sagte Riester bei einer Spendengala für den Wiederaufbau des Gotteshauses. Lediglich das Gewölbe müsse an einigen Stellen noch vom Schutt befreit und abgesichert werden.

Bei der Gala des Senders France 2 traten Dutzende Musiker auf, unter ihnen die Sängerin Mireille Mathieu und der Pianist Lang Lang.

Ostergottesdienste verlegt

Notre-Dame war durch den Brand schwer beschädigt worden. Die Feuerwehr teilte am Samstag mit, dass die letzten Glutnester gelöscht seien. Die letzten Brandbekämpfer, die seit dem Großbrand am Montag pausenlos im Einsatz waren, hätten heimgehen können. Ostergottesdienste, die in Notre-Dame stattfinden sollten, wurden in andere Kirchen verlegt.

Die Instandsetzung des Dachs und der sonstigen Brandschäden dürfte Jahre dauern. Französische Milliardäre haben für den Wiederaufbau bereits Hunderte Millionen Euro gespendet. Daran üben unter anderem die Protestler der "Gelbwesten" heftige Kritik.

Frankreichs Regierungsbeauftragter für Kulturgüter forderte in der Debatte mehr Gelassenheit. "Man kann nicht schockiert sein von der Tatsache, dass die Menschen das Gefühl haben, dass Notre-Dame de Paris etwas ist, das die Seele Frankreichs ist", sagte Stéphane Bern dem Sender Franceinfo.

Großspenden "reine Philanthropie"

"Ich würde mir wünschen, dass man zwei Milliarden gibt, damit niemand mehr auf der Straße schlafen muss", betonte er. Gleichzeitig müsse man aber bedenken, dass Spenden eine freiwillige Angelegenheit sind. Er wies darauf hin, dass keiner der Großspender für Notre-Dame nach einem Spendenbeleg gefragt habe. "Es ist reine Philanthropie. Sie sind bewegt, von dem, was sie sehen", sagte Bern.

Am Samstag kündigte die französische Regierung eine Initiative auf EU-Ebene zum Schutz des Kulturerbes in Europa an. Präsident Emmanuel Macron wolle einen "Kooperations-Mechanismus" ins Leben rufen, damit sich die Mitgliedstaaten bei künftigen Katastrophen gegenseitig helfen können, etwa mit Löschflugzeugen, sagte Frankreichs Europaministerin Amélie de Montchalin dem "Journal du Dimanche". Außerdem solle ein Expertennetzwerk aufgebaut werden.

Der Vorschlag soll bei einem Treffen der Kultur- und Europaminister der EU-Staaten am 3. Mai in Paris diskutiert werden. 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. April 2019 um 09:00 Uhr.

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