Die Kathedrale Notre-Dame in Paris | Bildquelle: REUTERS

Notre-Dame Bauarbeiter missachteten Rauchverbot

Stand: 24.04.2019 16:46 Uhr

Vor dem Brand in der Kathedrale Notre-Dame haben Arbeiter auf dem Dach das strikte Rauchverbot missachtet. Das räumte die Firma ein, die das Gerüst um den Spitzturm errichtete. Auslöser des Feuers sei das aber nicht.

Vor dem Brand von Notre-Dame haben einige Arbeiter offenbar auf der Baustelle geraucht. Die Bauarbeiter hätten das Rauchverbot auf den Gerüsten missachtet und dies auch der Polizei mitgeteilt, die die Ursache für den Brand ermittelt. Das sagte ein Sprecher der Firma Le Bras Frères, die das Gerüst rund um Notre-Dame errichtete. Er bestätigte damit entsprechende Berichte.

"Ein Zigarettenstummel kann nicht Ursache sein"

Einige ihrer Mitarbeiter hätten "sich ab und zu über das Verbot hinweggesetzt", erklärte die Firma. "Wir bedauern das." Das sei aber nicht das, was das Feuer ausgelöst habe, betonte der Sprecher. "In keinem Fall kann ein schlecht ausgedrückter Zigarettenstummel Ursache des Brandes von Notre-Dame sein." Außerdem seien die Arbeiter eine Stunde vor Ausbruch des Feuers gegangen, zudem sei das Feuer im Inneren der Kirche ausgebrochen.

Die Kathedrale Notre-Dame in Paris | Bildquelle: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA-EFE/
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Mit einer Art "Regenschirm" soll die beschädigte Kathedrale geschützt werden.

Offenbar sieben Zigarettenkippen entdeckt

Mitarbeiter der Firma hatten auf dem Dach der Kathedrale für Renovierungsarbeiten ein Gerüst um den gut 90 Meter hohen Spitzturm aufgestellt, der bei dem Brand einstürzte. Firmensprecher Marc Eskenazi warb um Verständnis für die Arbeiter, die das Rauchverbot missachtet hätten. Es sei "ein bisschen schwierig gewesen, von dem Gerüst hinabzusteigen, weil das Zeit braucht". 

Die Satire- und Investigativzeitung "Le Canard Enchaîné" schrieb, dass sieben Zigarettenkippen auf dem Gerüst entdeckt worden seien. Die Ermittler würden zudem der Hypothese eines Kurzschlusses bei den Elektromotoren der Aufzüge zu den Gerüsten nachgehen.

Der Sprecher der Gerüstfirma schloss auch dies aus. Es habe "keinerlei Probleme" mit den Motoren gegeben, sagte er. Zudem seien sie weit von dem Spitzturm entfernt.

Hauptorgel nicht beschädigt

In der Regierungssitzung mit Staatschef Emmanuel Macron wurde ein Gesetzentwurf für den Wiederaufbau von Notre-Dame vorgelegt. Das Gesetz soll der Regierung auch die Möglichkeit geben, per Verordnung von bestimmten Vorschriften und Regelungen abzuweichen, um die Arbeiten zu erleichtern, wie Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye sagte. Unklar sei zum jetzigen Zeitpunkt, was der Wiederaufbau kosten werde.

Klar ist mittlerweile, dass die Flammen die Hauptorgel des Gotteshauses nicht beschädigten. Der Restaurator Pascal Quoirin hatte das Instrument 2017 instandgesetzt. Er sagte, er habe die Orgel nun zwei Stunden lang untersucht und keinerlei Schaden festgestellt, der mit dem Feuer zu tun haben könnte. Die rund 8000 Pfeifen seien in Ordnung. Das Thermometer im Inneren der Orgel habe am Tag des Brandes nie mehr als 17 Grad Celsius gemessen. Das bedeute, dass weder die Elektrik, noch die Orgelpfeifen Schaden genommen hätten.

Notre-Dame von Paris war am Montag vor Ostern durch ein Feuer im Dach schwer beschädigt worden. Die Feuerwehr konnte das Gebäude gerade noch vor der völligen Zerstörung retten.

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. April 2019 um 16:00 Uhr.

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