Der türkische Präsident Erdogan bei einer Rede vor AKP-Mitgliedern | Bildquelle: AP

Türkei zieht Soldaten ab Eklat bei NATO-Übung empört Erdogan

Stand: 17.11.2017 15:31 Uhr

Bei einer NATO-Übung in Norwegen sind der türkische Präsident Erdogan und Republikgründer Atatürk als Feinde aufgelistet worden. Empört zog Erdogan alle türkischen Soldaten aus Stavanger ab. NATO-Generalsekretär Stoltenberg entschuldigte sich.

Nach einem Eklat hat die türkische Regierung ihre Soldaten von einem gemeinsamen NATO-Manöver in Norwegen zurückgezogen. Bei der Übung seien der Name des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk und sein eigener Name in einer Übersicht als "Feinde" und als "Ziele" aufgeführt worden, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede von Provinzvorsitzenden der Regierungspartei AKP. Er habe daraufhin den sofortigen Abzug der teilnehmenden 40 türkischen Soldaten angeordnet.

Stoltenberg entschuldigt sich

NATO-Generalsekretär Stoltenberg spricht bei einer Pressekonferenz | Bildquelle: AFP
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NATO-Generalsekretär Stoltenberg entschuldigte sich umgehend für den Vorfall beim NATO-Mitglied Türkei.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg entschuldigte sich in einer Mitteilung für den Vorfall. Er erklärte, bei dem Verantwortlichen habe es sich nicht um einen NATO-Mitarbeiter gehandelt. Der Betreffende sei ein Zivilist, den Norwegen für das Manöver abgestellt habe. Er sei nach Bekanntwerden des Vorfalls sofort von der Übung "Trident Javelin" in Stavanger ausgeschlossen worden. Über disziplinarische Maßnahmen müssten die norwegischen Behörden entscheiden. Das norwegische Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme zu dem Fall ab.

Der Vorfall spiegele nicht die Sicht der NATO wider, versicherte Stoltenberg. "Die Türkei ist ein geschätzter NATO-Verbündeter, der wichtige Beiträge zur Bündnissicherheit leistet." Die Türkei gehört dem Bündnis seit 1952 und stellt die zweitgrößte Armee innerhalb der NATO. Allerdings ist das Verhältnis zwischen dem Land und verschiedenen Bündnispartnern seit geraumer Zeit belastet. Die Türkei will von Russland das moderne Flugabwehrsystem S-400 kaufen, was insbesondere bei den USA auf Kritik stößt. Auch mit dem NATO-Partner Deutschland sind die Beziehungen aufgrund verschiedener Vorfälle belastet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. November 2017 um 00:00 Uhr.

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