Teile des norwegischen Ortes Ask nach dem Erdrutsch | AFP

Erdrutsch in Norwegen Noch immer zehn Vermisste

Stand: 31.12.2020 17:02 Uhr

Nach dem heftigen Erdrutsch in Norwegen gelten zehn Menschen weiter als vermisst. Die Suchaktion der Polizei verlief bisher erfolglos. Teile des Gebiets sind nach wie vor instabil. Knapp 1000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Die Suchaktion nach zehn Vermissten nach dem Erdrutsch im Südosten Norwegens dauert weiter an. Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, wurde bisher keine der Personen gefunden. Man werde die Aktion aber in der Nacht fortführen und suche weiter nach Überlebenden. Teile des Gebiets sind den Angaben zufolge weiter so instabil, dass es für die Suchteams gefährlich ist, sie zu Fuß zu betreten.

Einsatzkräfte suchen seit Mittwoch mit Drohnen und Hubschraubern nach den Vermissten. Diese wohnten in dem betroffenen Gebiet, allerdings ist nicht klar, ob sie sich zur Zeit des Unglücks zu Hause befanden.

Die Polizei forderte die Menschen in der Region auf, vor 23 Uhr kein Feuerwerk zu zünden, um die Suchaktion in der Luft nicht zu gefährden.

Teile des norwegischen Ortes Ask nach dem Erdrutsch | AP

Luftaufnahmen eines Hubschraubers zeigen das Ausmaß des Erdrutsches. Die Rettungsarbeiten wurden durch Dunkelheit und Schneefall erschwert. Bild: AP

Ganze Häuser weggerissen

Der Erdrutsch in Ask etwa 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Oslo hatte sich am frühen Mittwochmorgen ereignet. Er dehnte sich auf einer Länge von etwa 700 Metern und einer Breite von 300 Metern aus. Mindestens zehn Menschen erlitten Verletzungen. Neun Häuser stürzten in der Folge des Abgangs bislang ein, andere sind einsturzgefährdet. Knapp 1000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Ursache weiter unklar

Die genaue Ursache des Abgangs ist noch nicht klar. Er könne mit der örtlichen Bodenart zusammenhängen, hieß es. Dabei handelt es sich um Quickton, eine wasserreiche Struktur, die instabil ist. In der Gegend um Ask gibt es Hügel, aber keine hohen Berge. In jüngster Zeit hatte es dort viel geregnet.

Bereits im Sommer hatte es in Norwegen einen ähnlichen Erdrutsch gegeben. Damals zog der Abgang bei Alta im hohen Norden des Landes mehrere Häuser und Hütten ins Meer hinein. Menschen waren dabei nicht verletzt worden.

Über dieses Thema berichtete am 31. Dezember 2020 B5 aktuell um 07:35 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.