Nordzyperns Präsident Akinci | Bildquelle: AP

Präsidentenwahl in Nordzypern Kandidaten müssen in Stichwahl

Stand: 12.10.2020 01:43 Uhr

Nordzypern hat abgestimmt. Wer neuer Präsident wird, entscheidet sich aber erst in einer Woche. Amtsinhaber Akinci stellt sich dann seinem Herausforderer Tatar. Der hat bereits für Aufregung gesorgt.

Die Präsidentenwahl in der international nicht anerkannten Republik Nordzypern wird in einer Stichwahl entschieden. Der amtierende Präsident, Mustafa Akinci, erhielt nach vorläufigem Endergebnis 29,8 Prozent der Stimmen, wie der Staatssender BRT berichtete.

Er lag damit hinter seinem Herausforderer, dem Regierungschef Ersin Tatar von der konservativen Nationalen Einheitspartei (UBP). Für ihn stimmten 32,4 Prozent der Wähler. Damit haben beide Kandidaten die für einen Sieg in der ersten Wahlrunde nötige absolute Mehrheit verfehlt. Die Stichwahl ist für den kommenden Sonntag angesetzt.

Nordzyperns Regierungschef Tatar | Bildquelle: AP
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Herausforderer Tatar bei der Stimmabgabe.

Wahl inmitten eines Streits um Erdgasvorkommen

Akinci setzt sich für eine Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel ein. Tatar, der von der Türkei unterstützt wird, tritt für eine Zwei-Staaten-Lösung ein. Insgesamt hatten sich elf Kandidaten zur Wahl gestellt. Rund 200 000 Menschen waren zur Stimmabgabe aufgerufen.

Die Wahl fällt inmitten eines Streits zwischen der Türkei mit Griechenland und der Republik Zypern um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Für zusätzliche Spannungen hatte die Entscheidung Tatars gesorgt, einen Küstenstreifen in Varosha-Famagusta am Donnerstag nach mehr als 40 Jahren zu öffnen.

Als 1974 die türkische Armee nach einem griechischen Putsch in Nordzypern einmarschierte, flüchteten rund 40 000 Bewohner des griechisch-zyprischen Stadtteils Varosha in Famagusta aus ihren Häusern. Seitdem gleicht das ehemalige Urlaubsparadies einer Geisterstadt. Das Viertel ist unter türkischer Kontrolle, aber nicht besiedelt. Bei der Suche nach einer Lösung der Zypernfrage galt eine Rückgabe des Stadtteils an ihre früheren griechisch-zyprischen Bewohner eigentlich als mögliche Maßnahme zur Förderung des Vertrauens zwischen beiden Volksgruppen. Die Republik Zypern gehört seit 2004 zur Europäischen Union. Die jüngsten Verhandlungen zur Überwindung der Teilung waren 2017 gescheitert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Oktober 2020 um 06:00 Uhr.

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