Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un | EPA

Nordkoreas Machthaber Kim Zu Konfrontation und Dialog mit USA bereit

Stand: 18.06.2021 14:15 Uhr

Die Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA kommen nicht mehr voran, seit 2019 ein Treffen zwischen Machthaber Kim und dem damaligen US-Präsidenten Trump scheiterte. Nun bereitet sich Kim auf alle Eventualitäten vor.

Im März hatte der nordkoreanische Präsident Kim Jong Un den USA und dem Präsidenten Joe Biden eine feindselige Politik vorgeworfen. Beim Treffen des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei in dieser Woche in Pjöngjang sagte der Machthaber nun, Nordkorea müsse sich zugleich zum Dialog und zur Konfrontation mit den USA bereithalten. Offizielle Medien zitieren Kim mit den Worten, es gelte, die Würde des Staates und seine Interessen für eine unabhängige Entwicklung zu schützen. Deshalb sei es nötig, sich "besonders auf Konfrontation vollständig vorzubereiten".

Die international isolierte Führung in Pjöngjang hatte sich bisher mit Blick auf die neue Nordkorea-Politik Washingtons abwartend verhalten. Die US-Regierung hatte kürzlich eine "praktische, abgestufte Herangehensweise" gegenüber Pjöngjang angekündigt, um eine atomare Abrüstung des isolierten Landes zu erreichen.

Verhandlungen zum Atomprogramm auf Eis

Nordkoreas Machthaber hatte in den vergangenen Jahren auf eine Annäherung an den damaligen US-Präsidenten Donald Trump gesetzt, um eine Aufhebung von Sanktionen zu erreichen. Kim und Trump trafen sich dreimal. Ihr geplantes Gipfeltreffen im Februar 2019 in Hanoi kam jedoch nicht zustande. Seitdem ruhen die Verhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang über einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms.

Biden will Kim nur unter Bedingungen treffen

Trumps Nachfolger Biden hatte im Mai erklärt, er plane kein persönliches Treffen mit Kim, solange es dabei nicht um konkrete Verhandlungen zur atomaren Abrüstung gehe. "Ich würde nicht tun, was in der jüngeren Vergangenheit getan wurde. Ich würde ihm nicht alles geben, was er will - internationale Anerkennung", betonte der US-Präsident in Anspielung auf Trumps Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber.

Kim ging nicht direkt auf den Kurs der US-Regierung ein. Jedoch hieß es, er habe beim Parteitreffen eine "detaillierte Analyse der politischen Tendenz der neu eingesetzten US-Regierung gegenüber unserer Republik" vorgelegt. Beim Treffen des Zentralkomitees soll die bisherige Umsetzung der wichtigsten politischen Vorgaben für dieses Jahr analysiert werden. Bei einem Parteikongress im Januar hatte Nordkorea einen neuen wirtschaftlichen Entwicklungsplan für die nächsten fünf Jahre vorgelegt. Zum Beginn des Komitee-Treffens am Montag hatte Kim die Bevölkerung auf eine schlechtere Versorgung mit Nahrungsmitteln eingestellt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Mai 2021 um 12:32 Uhr.