Otto Warmbier Nordkorea | Bildquelle: REUTERS

Nach 17 Monaten Haft Nordkorea lässt US-Studenten frei

Stand: 14.06.2017 04:49 Uhr

Mehr als ein Jahr lang war der US-Student Otto Warmbier in nordkoreanischer Gefangenschaft. Nun ist der 22-Jährige per Flugzeug zurück in die USA gebracht worden. Seinen Eltern zufolge liegt er im Koma.

Nordkorea hat einen inhaftierten Studenten aus den USA freigelassen. Der 22-jährige Otto Warmbier traf mittlerweile im US-Staat Ohio ein. Warmbier war mit einem Krankenrücktransport nach Hause gebracht worden, da er laut seiner Eltern seit vergangenem Jahr im Koma liegt. Nach der Landung in Cincinnati wurde er in ein Krankenhaus gebracht.

Warmbier war im Januar 2016 festgenommen und in einem nur einstündigen Prozess zu 15 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden. Er hatte eingeräumt, dass er in Nordkorea ein Propaganda-Transparent als Trophäe für eine Bekannte in der Heimat stehlen wollte. Die nordkoreanische Justiz stufte das als staatsfeindliches Handeln ein.

Warmbiers Eltern sagten in einem vom US-Fernsehsender CNN veröffentlichten Statement, ihr Sohn sei laut ihren Informationen nach seinem Prozess im März 2016 ins Koma gefallen. Ihm sei eine Schlaftablette verabreicht worden und danach sei er nicht mehr aufgewacht. Vom Zustand ihres Sohnes hätten sie erst vor einer Woche erfahren, berichteten Fred and Cindy Warmbier. Die US-Regierung hatte Warmbiers Strafe als völlig unverhältnismäßig kritisiert.

Drei weitere US-Bürger in Haft

US-Präsident Donald Trump hatte sich nach Angaben des Weißen Hauses besonders für die Freilassung Warmbiers eingesetzt. Außenminister Tillerson sagte, dass die US-Regierung mit Nordkorea wegen der noch inhaftierten US-Bürger in Kontakt stehe. In den vergangenen Wochen waren zwei Universitätsmitarbeiter mit US-Staatsbürgerschaft festgenommen worden. Ihnen wurden "feindselige Akte" und der Versuch eines Umsturzes angelastet. Beide Männer arbeiteten nach nordkoreanischen Angaben an der Pjöngjang Universität für Wissenschaft und Technologie (PUST), die von protestantischen Christen aus dem Ausland gegründet wurde.

Außerdem wurde 2015 ein US-koreanischer Pastor in Nordkorea festgenommen und wegen Subversion und Spionage zu einer zehnjährige Haftstrafe mit Zwangsarbeit verurteilt.

Die Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang sind derzeit extrem angespannt. US-Präsident Donald Trump erhöhte nach seinem Amtsantritt im Januar den Druck wegen des nordkoreanischen Atomprogramms. Trumps Regierung schloss auch ein militärisches Vorgehen nicht aus. Nordkorea provozierte seinerseits zuletzt die internationale Gemeinschaft mit mehreren Raketentests.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juni 2017 um 20:00 Uhr

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