Rakete startet von einer nordkoreanischen Abschussrampe | Bildquelle: via REUTERS

Regierung sieht Erfolg Nordkorea testet Raketenwerfer

Stand: 01.11.2019 10:49 Uhr

Nordkoreas Machthaber zeigt sich zufrieden: Das Militär des Landes hat nach eigenen Angaben eine große Abschussrampe für Raketen getestet. Japans Premier Abe spricht von einer Gefahr für sein Land und die Region.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen weiteren Raketentest durchgeführt. Der Test einer Mehrfach-Raketenabschussrampe sei erfolgreich verlaufen, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Es sei gezeigt worden, dass Gruppenziele des Feindes bei einem Überraschungsangriff mit "Superkraft" total zerstört werden könnten. Machthaber Kim Jong Un habe sich zufrieden gezeigt und den Verantwortlichen gratuliert.

Raketen ins Meer gestürzt

Wenige Stunden zuvor hatte bereits das südkoreanische Militär über den Test berichtet. Demnach wurden aus der nordkoreanischen Provinz Süd-Pyongan zwei Kurzstrecken-Geschosse abgefeuert. Die Raketen flogen demnach rund 370 Kilometer weit und stürzten ins Meer zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan.

Das japanische Verteidigungsministerium erklärte, es handele sich wahrscheinlich um ballistische Raketen. Tests unter Verwendung ballistischer Raketentechnik sind Nordkorea durch UN-Resolutionen untersagt. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bezeichnete das Vorgehen als Gefahr für Frieden und Sicherheit in Japan und in der Region.

Mögliche Reaktion auf Stillstand in Gesprächen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un | Bildquelle: dpa
galerie

Nordkoreas Machthaber Kim hat von den USA konkrete Vorschläge bis zum Jahresenede gefordert.

Es war der erste nordkoreanische Raketenabschuss seit knapp einem Monat. Am 2. Oktober hatte die Regierung in Pjöngjang in einem provokativen Schritt eine Rakete aus Gewässern vor der Küste abgefeuert. Die Fähigkeit, U-Boot-gestützte Raketen abzufeuern, würde das militärische Gleichgewicht in der Region verändern.

Beobachtern zufolge werten den aktuellen Raketentest als Indiz für die Frustration Nordkoreas über den Mangel an Zugeständnissen in den Atomverhandlungen mit den USA. In den Atomgesprächen zwischen Washington und Pjöngjang herrscht derzeit Stillstand. Am 5. Oktober war eine Gesprächsrunde auf Arbeitsebene ohne konkretes Ergebnis beendet worden. Die Führung in Pjöngjang fordert unter anderem eine Lockerung der internationalen Sanktionen.

Bundesregierung verurteilt Tests

Die Bundesregierung warf Nordkorea vor, mit "dem zwölften Raketentest in diesem Jahr" erneut gegen Resolutionen des Sicherheitsrats verstoßen zu haben. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin forderte Pjöngjang auf, die einseitig am 5. Oktober in Stockholm abgebrochenen Verhandlungen mit den USA unverzüglich wieder aufzunehmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2019 um 06:00 Uhr.

Darstellung: