Beamte aus Nord- und Südkorea eröffnen im September 2018 feierlich das gemeinsame Verbindungsbüro in Kaesong. | Bildquelle: AP

Verbindungsbüro mit Südkorea Nordkorea kappt Kommunikationskanal

Stand: 22.03.2019 12:37 Uhr

Es sollte die Schnittstelle für die Annährung der Korea-Staaten sein - doch nun hat Nordkorea seine Mitarbeiter aus dem innerkoreanischen Verbindungsbüro abgezogen. Und auch mit den USA kriselt es zunehmend.

Seit einigen Monaten stehen die Zeichen zwischen Nord- und Südkorea auf Annäherung. Doch nun scheint die nordkoreanische Seite den Kurs zu wechseln und zum Nachbarn wieder auf Abstand zu gehen. Das Regime unter Machthaber Kim Jong Un zog überraschend seine Mitarbeiter aus dem erst im September eröffneten gemeinsamen Verbindungsbüro in der grenznahen Stadt Kaesong zurück.

Eine Karte mit Nord- und Südkorea mit Kaesong.
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In Kaesong nahe der Grenze zwischen Nord- und Südkorea wurde im September das Verbindungsbüro eröffnet.

Das Warum bleibt offen

Eine Erklärung für den Rückzug gab es nicht. Aus dem südkoreanischen Vereinigungsministerium hieß es lediglich, Nordkorea habe mitgeteilt, dass die Anweisung von höchster Stelle erteilt worden sei. Ob der Schritt nun auch den kompletten Stillstand der innerkoreanische Gespräche nach sich zieht, blieb offen.

Südkorea bedauere die Entscheidung des Nachbarn und hoffe, Nordkorea werde bald ins gemeinsame Verbindungsbüro zurückkehren, hieß es aus dem Ministerium in Seoul weiter. Die eigenen 25 Mitarbeiter wolle man in dem Büro belassen. In der südkoreanischen Hauptstadt kam der Nationale Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Büro sollte als Kommunikationskanal dienen

Kim und der Präsident Südkoreas, Moon Jae In, hatten sich beim ersten Gipfeltreffen seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) im April 2018 auf die Einrichtung des Verbindungsbüros geeinigt. Hier sollten die weitere Annäherung beider Länder geplant und bilaterale Projekte besprochen werden. Auch die atomare Abrüstung Nordkoreas sollte in dem Büro debattiert werden. Die Stadt Kaesong wurde als Standort gewählt, weil Süd- und Nordkorea hier bis Anfang 2016 einen gemeinsamen Industriepark betrieben hatten.

USA verhängen erneut Sanktionen

Der Knackpunkt der atomaren Abrüstung war auch der Grund für das Scheitern des zweiten Gipfels zwischen Kim und dem US-Präsidenten Donald Trump Ende Februar. Nach dem Gipfel stellte Nordkorea sogar weitere Verhandlungen generell infrage.

Nun folgten vonseiten der USA die ersten Konsequenzen: Die US-Regierung verhängte Sanktionen gegen zwei chinesische Reedereien, die Nordkorea geholfen haben sollen, internationale Strafmaßnahmen zu umgehen. "Wir machen ausdrücklich klar, dass Reedereien, die mit betrügerischen Taktiken den illegalen Handel mit Nordkorea verschleiern, sich selbst einem großen Risiko aussetzen", warnte US-Finanzminister Steven Mnuchin. Gleichzeitig zeigte sich der US-Außenminister Mike Pompeo aber offen für weitere Gespräche mit Nordkorea. Er sei zuversichtlich, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden könnten, um das Ziel der atomaren Abrüstung doch noch zu erreichen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. März 2019 um 10:00 Uhr und 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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