Grenzposten an der Grenze von Süd- und Nordkorea | JEON HEON-KYUN/EPA-EFE/Shutterst

Nach langer Unterbrechung Nord- und Südkorea kommunizieren wieder

Stand: 27.07.2021 06:49 Uhr

Mehr als ein Jahr lang waren die Leitungen gekappt - jetzt nähern sich Nord- und Südkorea offiziell wieder an. Seit April schreiben sich die beiden Staatschefs offenbar Briefe.

Nach monatelanger Unterbrechung haben Nord- und Südkorea ihre offiziellen Verbindungskanäle wieder geöffnet. Das teilten das südkoreanische Präsidialamt und nordkoreanische Staatsmedien heute mit - am 68. Jahrestag der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags zur Beendigung des Korea-Kriegs.

Den Angaben zufolge tauschen Südkoreas Präsident Moon Jae In und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un seit April persönliche Briefe aus. Ziel sei eine Verbesserung der Beziehungen, die Wiedereinrichtung der Kommunikationsverbindungen nun der erste Schritt dorthin.

Kommunikation im Juni 2020 gekappt

Nordkorea hatte im Juni vergangenen Jahres einseitig alle Kommunikationskanäle zwischen den Regierungen und den Militärs beider Länder gekappt. Die kommunistische Regierung in Pjöngjang reagierte damit auf Propaganda-Aktionen südkoreanischer Aktivisten und nordkoreanischer Flüchtlinge an der Grenze, die gegen die Führung in Nordkorea gerichtet waren. Seoul wurde vorgeworfen, nichts gegen die Aktionen zu unternehmen. Auch die Hotline zwischen dem Präsidialamt in Seoul und dem Büro des nordkoreanischen Machthabers waren von der Maßnahme Nordkoreas betroffen. Später sprengte Nordkorea auch ein innerkoreanisches Verbindungsbüro in der Grenzstadt Kaesong.

Alle Koreaner wünschten sich, dass sich die bilateralen Beziehungen von den Rückschlägen "so früh wie möglich" wieder erholten, hieß es nun in den nordkoreanischen Staatsmedien. Die obersten Anführer hätten sich darauf geeinigt, durch "die Wiederherstellung der getrennten innerkoreanischen Kommunikationsverbindungslinien" das gegenseitige Vertrauen wiederherzustellen und die Aussöhnung zu fördern.

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms international isoliert. Als Folge des gescheiterten Gipfeltreffens zwischen Kim Jong Un mit dem früheren US-Präsident Donald Trump im Februar 2019 in Vietnam kamen auch die innerkoreanischen Beziehungen nicht mehr voran. Trump und Kim konnten sich nicht auf einen Fahrplan für die Abrüstung des nordkoreanischen Atomprogramms sowie auf Gegenleistungen der USA einigen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Juli 2021 um 06:21 Uhr.

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KOMMENTARE

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Olivia59 27.07.2021 • 17:19 Uhr

@16:37 von schabernack

"Eine sehr vermeibare Gefährdung von Nachbarländern durch Nordkorea war und ist dieser ganze Schnickschnack mit den Raketentests. Da waren zwar nie Atomare Sprengkäpfe dran. Es ging immer nur um die Raketentests. Regelmäßig sind die durch den Luftraum über Japan geflogen. Jedes Mal war die Japanische Luftabwehr aktiviert. Nordkorea wollte nicht Japan beschießen mit den Raketen." Über die Notwendigkeit der atomaren Aufrüstung kann man sicher streiten, ich persönlich kann es bei der ewigen Konfliktlage nachvollziehen. Was die konkreten Raketentests angeht kennen Sie doch sicher die Region. In Richtung Landmasse West bis Nord ist ungünstig, nach Süden über Südkorea in die See ist politisch heikel. Bleibt eigentlich nur noch Japan. Das freut vielleicht sogar die Südkoreaner. (Als kleine historische Revanche)