Ein Soldat der südkoreanischen Armee patrouilliert an der Vereinigungsbrücke, die zum Grenzdorf Panmunjom in der entmilitarisierten Zone führt. | dpa

Spannung zwischen den Staaten Nordkorea zu Gesprächen mit Südkorea bereit

Stand: 24.09.2021 13:30 Uhr

Nach langer Funkstille zwischen Süd- und Nordkorea hatte Seoul jüngst einen neuen Vorstoß unternommen, um das Eis zu brechen. Sein Vorschlag für eine Kriegsende-Erklärung stößt auf Zustimmung - doch Pjöngjang stellt Bedingungen.

Das kommunistische Nordkorea ist zur Wiederaufnahme von Gesprächen mit Südkorea unter bestimmten Bedingungen bereit. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, nannte den erneuten Vorstoß des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, ein formales Ende des Korea-Krieges zu erklären, eine "interessante und vortreffliche Idee".

Südkorea müsse seine "feindselige Haltung ablegen"

Zugleich warf sie Südkorea vor, Nordkorea in der Vergangenheit provoziert und immer wieder kritisiert zu haben. Falls Südkorea seine feindselige Haltung ablege, könne Pjöngjang "konstruktive Diskussionen" über die Entwicklung der Beziehungen führen, wurde Kim von den Staatsmedien zitiert. Es mache keinen Sinn, einen offiziellen Schlussstrich unter den Korea-Krieg von 1950 bis 1953 zu ziehen, solange noch all "die Dinge, die vielleicht die Saat eines Krieges zwischen den Beteiligten werden", bestehen blieben, erklärte Kim Yo Jong.

Gespräche auch mit USA und China

Moon hatte in der UN-Vollversammlung in New York eine rasche Wiederaufnahme der Gespräche mit dem weithin isolierten Nachbarland Nordkorea gefordert. Außerdem schlug er vor, dass beide koreanischen Staaten mit den USA und eventuell auch zu viert mit China zusammenkommen sollten, um nach dem 1953 vereinbarten Waffenstillstand den Korea-Krieg offiziell für beendet zu erklären.

Die koreanische Halbinsel befindet sich völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand, weil noch kein Friedensvertrag geschlossen worden ist.

Erklärung "etwas voreilig"

Kurz zuvor hatte der nordkoreanische Vize-Außenminister Ri Thae Song eine Erklärung zum Kriegsende als "etwas voreilig" bezeichnet. Die USA könnten eine solche Erklärung als Deckmantel nutzen, um ihre "feindselige Politik" zu verschleiern, wurde er von den staatlichen Medien zitiert. Während Ris Stellungnahme sich vor allem auf die USA bezog, richtete Kim Yo Jong ihre Worte in erster Linie in Richtung Südkorea.

Süd- und Nordkorea hatten im Juli nach langer Funkstille ihre offiziellen Kommunikationsverbindungen wieder geöffnet. Allerdings beantwortete Nordkorea die Anrufe Südkoreas aus Protest gegen gemeinsame Militärübungen Südkoreas mit den USA im August nicht mehr. Davor drohte die Schwester des nordkoreanischen Machthabers, Nordkorea werde seine Fähigkeiten für mächtige Präventivschläge ausbauen.

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über dessen Atomprogramm kommen seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr voran.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Juli 2021 um 08:33 Uhr.