Feuerwerk bei der Einweihung der nordkoreanischen Stadt Samjiyon. | Bildquelle: AFP

Samjiyon in Nordkorea Kims Aushängeschild

Stand: 03.12.2019 11:16 Uhr

"Inbegriff der modernen Zivilisation" - so beschreibt die nordkoreanische Presse das Prestigeprojekt Samjiyon. Die Stadt ist ein wichtiges Projekt für Machthaber Kim. Entstanden ist sie unter fragwürdigen Bedingungen.

Ein Skigebiet, rund 10.000 Wohnungen, Hotels und verschiedene Gewächshäuser: Die Einweihung der nordkoreanischen Vorzeigestadt Samjiyon fiel pompös aus. Die Stadt nahe dem heiligen Berg Paektu an der Grenze zu China gilt als Herzensprojekt von Machthaber Kim Jong Un. Er habe "mit Leib und Seele" zur Entstehung Samjiyons beigetragen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Die abgelegene Stadt Samjiyon in Nordkorea am Abend. | Bildquelle: AFP
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Die abgelegene Stadt soll künftig als Aushängeschild des Sozialismus gelten.

"Bestes Menschenparadies der Welt"

"Utopia-Stadt unter dem Sozialismus", so beschreibt die staatliche Nachrichtenagentur KCNA das Bauprojekt. Staatliche Medien sprechen gar vom "Inbegriff der modernen Zivilisation". Das Mitglied des Politbüros der Arbeiterpartei, Choe Ryong Hae, habe in einer Rede dazu aufgerufen, das Gebiet zum "besten Menschenparadies der Welt" herauszuputzen.

Samjiyon wird auch als Teil der Entwicklungspläne Kims gesehen, eine selbstständige Wirtschaft in dem international isolierten Land aufzubauen. Das Land ist harten internationalen Sanktionen wegen seines Atomwaffenprogramms unterworfen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un schneidet ein rotes Band zur Einweihung der Stadt Samjiyon durch. | Bildquelle: dpa
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eröffnet das Prestigeprojekt nahe des heiligen Paektu-Bergs.

Berichte über fragwürdige Arbeitsbedingungen

Wie die Bedingungen beim Bau der nordkoreanischen Stadt für die Arbeiter waren, ist fragwürdig: Die in Südkorea von nordkoreanischen Flüchtlingen herausgegebene Internet-Zeitung "Daily NK" hatte im August berichtet, dass Bewohner des Landkreises zur Arbeit an der neuen Stadt gezwungen und Bauarbeiter aus dem ganzen Land dorthin geschickt worden seien. Die Zeitung berief sich dabei auf Quellen in der betroffenen Provinz.

Auch die Nachrichtenagentur AFP berichtet von Tausenden Arbeitern, darunter Soldaten, die beim Bau im Einsatz waren. Laut KCNA mussten auch Studenten in den Semesterferien dort arbeiten. Diplomaten berichteten nach AFP-Angaben darüber hinaus von Kinderarbeit.

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