Eine Frau mit Corona-Schutzmaske läuft in Tokio an einem Schaufenster vorbei, in dem ein Fernseher Nachrichten über den mutmaßlich neuesten Raketentest Nordkoreas zeigt. | AFP

Angaben aus Südkorea Nordkorea testet erneut Rakete

Stand: 18.11.2022 05:55 Uhr

Nordkorea setzt seine Raketentests offenbar fort: Angaben aus Südkorea und Japan zufolge wurde eine Interkontinentalrakete in Richtung des Japanischen Meeres (Ostmeer) abgefeuert. UN-Resolutionen verbieten Pjöngjang diese Tests.

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete abgefeuert. Das Geschoss soll in Japans exklusiver Wirtschaftszone im Meer eingeschlagen sein.

Nach südkoreanischen Angaben handelte es sich bei dem Geschoss um eine Interkontinentalrakete (ICBM). Dazu zählen Raketen mit einer Reichweite von mindestens 5500 Kilometern. UN-Resolutionen verbieten dem nordkoreanischen Regime die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die einen oder mehrere atomare Gefechtsköpfe tragen können.

Dringlichkeitssitzung auf Asien-Pazifik-Gipfel

Die wiederholte Machtdemonstration des von Machthaber Kim Jong Un regierten Landes überschattete den Auftakt des Asien-Pazifik-Gipfels (APEC) in Bangkok. Dort wollen die USA, Südkorea und andere Staaten wegen des Raketentests jetzt zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

"Provokationen sind nicht hinnehmbar"

Japanische Regierungsvertreter verurteilten den Raketenabschuss aufs Schärfste. Der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida, der zur Zeit am APEC-Gipfel teilnimmt, sagte japanischen Medien, dass Nordkoreas Provokationen "nicht hinnehmbar" sind. Japan habe bereits gegenüber der nordkoreanischen Regierung seinen Protest deutlich gemacht.

Nordkorea habe in diesem Jahr "in einer beispiellosen Frequenz Raketen abgefeuert und eskaliert die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel signifikant", so der japanische Verteidigungsminister Nobuo Kishi. Seiner Aussage nach flog die Langstreckenrakete 1000 Kilometer weit und erreichte eine maximale Höhe von rund 6000 Kilometern. Mit einer solchen Reichweite hätte sie auf dem gesamten amerikanischen Festland einschlagen können.

USA fordern Nordkorea zu Verhandlungen auf

Der Nationale Sicherheitsrat des Weißen Hauses in Washington verurteilte den Test einer "ballistischen Langstreckenrakete" und rief Pjöngjang zugleich zu ernst gemeinten Verhandlungen auf. "Die Tür für Diplomatie ist nicht geschlossen, doch muss Pjöngjang sofort seine destabilisierenden Aktionen stoppen und sich stattdessen zu diplomatischem Engagement entschließen", sagte die Sprecherin Adrienne Watson.

Zahl der Raketentests nimmt offenbar zu

Nordkorea hatte seine Raketentests zuletzt als Reaktion auf gemeinsame Militärübungen von Südkorea und den USA intensiviert. Erst am Donnerstag hatte das Land erneut eine Kurzstreckenrakete abgefeuert. Zu Beginn des Monats hatte Nordkorea bereits Tests von mindestens vier Kurzstreckenraketen und einen offenbar gescheiterten Test einer Interkontinentalrakete gemeldet.

Anfang November hatten die USA und Südkorea ein gemeinsames Militärmanöver unter dem Namen "Vigilant Storm" absolviert. Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hue hatte daraufhin mit "heftigeren" militärischen Reaktionen als Antwort auf die Verstärkung der militärischen Zusammenarbeit zwischen Südkorea, den USA und Japan gedroht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. November 2022 um 09:00 Uhr.