Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beobachtet mit ranghohen Militärs den Abschuss einer Rakete (Foto der nordkoreanischen Staatsmedien). | Bildquelle: AFP

Nordkorea Kim hat wieder Post von Trump

Stand: 22.03.2020 04:16 Uhr

Einen Tag nach dem jüngsten Raketentest meldet Nordkorea, der US-Präsident sei erneut auf das Land zugegangen: In einem Brief habe Trump sich um bessere Beziehungen bemüht - und Hilfe gegen das Coronavirus angeboten.

Bei Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist nach Angaben der Staatsmedien ein Brief von US-Präsident Donald Trump eingegangen. Darin lege er "seinen Plan" dar, wie die Beziehungen zwischen beiden Ländern vorangebracht werden könnten, berichtete die Nachrichtenagentur KCNA unter Berufung auf Kims einflussreiche Schwester Kim Yo Jong. Außerdem habe er "Zusammenarbeit bei den Anti-Epidemie-Bemühungen" angeboten.

Das gute Verhältnis zwischen ihrem Bruder und Trump dürfe jedoch nicht auf die belasteten Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA übertragen werden, teilte Kim demnach in einer Erklärung mit. Sie warf den USA vor, ein "grausames Umfeld" für Nordkorea schaffen zu wollen, in dem sich das Land selbst verteidige. Die US-Regierung nahm zunächst nicht Stellung zu den Berichten.

Erneuter Raketentest - Südkorea erbost

Tags zuvor hatte Nordkorea nach Angaben des Nachbarstaats Südkorea erneut zwei Kurzstreckenraketen getestet - es war der zweite Militärtest innerhalb von zwei Wochen. Damit verstieß das Land zum wiederholten Male gegen UN-Resolutionen.

Das Land ist aufgrund seines Atomprogramms und seines brutalen Umgangs mit der eigenen Bevölkerung international weitgehend isoliert. Bislang hat Nordkorea keinen einzigen Infektionsfall mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 öffentlich gemacht. Medizinexperten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Pandemie das Land nicht ebenfalls erreicht hat. Entsprechend der restriktiven Informationspolitik des Regimes machte Kims Schwester in ihrer Mitteilung keine Angaben dazu.

Beziehungen zu USA seit 2019 auf Eis

Wann das Schreiben des US-Präsidenten in Pjöngjang eingegangen sein soll, ist unklar. Es wäre allerdings nicht der erste Brief von Trump: Bereits 2018 standen er und Nordkoreas Machthaber Kim schon einmal im Briefwechsel und nährten damit Hoffnungen auf einen möglichen Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel.

Im Sommer 2018 fand ein Gipfeltreffen beider in Singapur statt. Damals stellte Kim ein Moratorium für Atom- und Raketentests in Aussicht und hoffte seinerseits auf die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen. Ein weiteres Gipfeltreffen im Februar 2019 in Vietnam wurde jedoch vorzeitig beendet. Seitdem liegen die Verhandlungen auf Eis.

Nordkorea führt erneut Raketentests durch
Udo Schmidt, ARD Tokio
21.03.2020 07:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk "Informationen am Mittag" am 21. März 2020 um 12:41 Uhr.

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