Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auf einer Plenarsitzung des Zentralkomitees im April 2019. | Bildquelle: dpa

Nordkorea-Russland-Gipfel Kim will noch im April Putin treffen

Stand: 18.04.2019 17:20 Uhr

Mit US-Außenminister Pompeo will Nordkorea nicht mehr reden, dafür aber mit Russland. Machthaber Kim will noch in diesem Monat mit dem russischen Präsidenten Putin zusammenkommen, bestätigte der Kreml.

Während die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA weiter zunehmen, sucht das Regime unter Kim Jong Un die Nähe zu einem der wenigen Verbündeten: Noch in diesem Monat will Nordkoreas Staatschef zu einem Gipfeltreffen mit Präsident Wladimir Putin nach Russland reisen.

Spekulationen über das Wo und Wann

Der Kreml teilte offiziell mit, dass Kim noch in der zweiten Aprilhälfte auf Einladung Putins in Russland erwartet werde. Das konkrete Datum und der Ort des Treffens blieben aber offen. In Medien wurde spekuliert, der Gipfel könne in Wladiwostok und damit nahe der russisch-nordkoreanischen Grenze stattfinden. Als möglicher Termin vermuteten die Medien den 23. oder 24. April.

Es wäre das erste Mal, dass Kim und Putin persönlich zusammenkommen. Das letzte Treffen zwischen einem russischen und nordkoreanischen Staatschef fand 2011 statt: zwischen Kims Vater Kims Jong Il und dem damaligen Präsidenten Russlands, Dmitri Medwedew.

Auch Russland fordert Denuklearisierung Nordkoreas

In der russischen Hauptstadt Moskau hatten sich bereits im Laufe des Tages der für Nordkorea zuständige US-Sondergesandte Stephen Biegun und Russlands Vize-Außenminister Igor Morgulow getroffen. Beide Seiten hätten nochmals das gemeinsame Ziel einer vollständigen Denuklearisierung Nordkoreas unterstrichen, hieß es nach dem Treffen aus der US-Botschaft in Moskau.

Kim Jong Un und Donald Trump | Bildquelle: REUTERS
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Die Gespräche auf dem zweiten Gipfel zwischen Kim und Trump im Februar scheiterten.

Die Frage nach der atomaren Abrüstung in Nordkorea waren auch das zentrale Themen auf den beiden Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Juni 2018 und im Februar dieses Jahres gewesen. Während im vergangenen Jahr die Zeichen auf Annäherung standen und Kim sich grundsätzlich offen für die Denuklearisierung gezeigt hatte, wurde der zweite Gipfel ohne Ergebnis abgebrochen. Seitdem nehmen die Spannungen zwischen USA und Nordkorea beständig zu.

Pompeo sei ein "unreifer" Verhandlungspartner

Zuletzt forderte das Regime unter Kim, US-Außenminister Mike Pompeo als zentralen Verhandlungspartner im Konflikt um die nukleare Abrüstung zu ersetzen. Pjöngjang zeigte sich unzufrieden mit der Art, wie Pompeo die Verhandlungen führe. Er sei "unbesonnen und unreif" und behindere die Gespräche zwischen beiden Ländern, hieß es aus dem nordkoreanischen Außenministerium.

Im Falle einer möglichen Wiederaufnahme des Dialogs wünsche die Regierung deshalb einen anderen Gesprächspartner. Es brauche jemanden, der "vorsichtiger und reifer" kommunizieren könne.

US-Außenminister Pompeo und der nordkoreanische Machthaber Kim (Archivbild vom 07.10.2018) | Bildquelle: AFP
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US-Außenminister Pompeo reiste mehrfach zu Verhandlungen nach Nordkorea.

Keiner könne die Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel vorhersehen, wenn die USA nicht den Hauptgrund abschafften, der den Norden dazu bewogen habe, ihr Atomprogramm zu entwickeln, zitiert die staatliche Agentur KCNA einen hochrangigen Vertreter des Außenministeriums. Detaillierter ging er nicht darauf ein.

Neuer Waffentyp getestet

Kim hatte den USA bis zum Ende des Jahres Zeit gegeben, für beide Seiten annehmbare Bedingungen für ein Atomabkommen zu stellen. Am Mittwoch testete Nordkorea nach eigenen Angaben eine neuartige taktische Lenkwaffe, die einen "mächtigen Sprengkopf" transportieren könne. Experten rätselten, um welchen Waffentyp es sich genau gehandelt haben könnte. Sowohl die Forderung nach einem Ersatz von Pompeo als auch der Waffentest machen Pjöngjangs Unmut über die festgefahrenen Verhandlungen deutlich.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. April 2019 um 13:43 Uhr.

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